Einen Grund zur großen Freude gibt es im Bistum Erfurt. Denn am Samstag, 13. Juni 2026, wird der Priesteramtskandidat Martin Ferraris in der Kirche St. Alban in Effelder um 10 Uhr von Weihbischof Reinhard Hauke zum Diakon geweiht.
Geboren ist Martin Ferraris in Cordoba in Argentinien. Mit seinen Eltern, seiner Schwester und seinen drei Brüdern ist er in einer gläubigen Familie aufgewachsen. Mit vier Jahren besuchte er in Cordoba den Kindergarten der Anbetungsschwestern. Von der ersten Klasse bis zum Abitur lernte er in der Schule St. Thomas, die sich in der Trägerschaft des Piaristenordens befindet.
Mit 15 Jahren spürte er, dass Gott ihn auf einen Weg der Nachfolge ruft. In der Begleitung durch die Piaristen begann er Ministranten auszubilden, Andachten zu leiten und nahm am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teil. Ein Jahr später engagierte er sich als Katechet in der Jugendgruppe seiner Heimatgemeinde.
Ein Onkel ermutigte ihn an einem Schüleraustausch im Ausland teilzunehmen. So kam er im Januar 2015 nach Erfurt und besuchte dort für ein Jahr das Königin-Luise-Gymnasium.
Er schreibt über diese Zeit: „Es war für mich ein kultureller und geistlicher Einschnitt: zum einen begegnete ich einer Gesellschaft, in der der Glaube oft fern stand, zum anderen fand ich im Erfurter Dom eine lebendige katholische Gemeinde, in der ich mich als Ministrant engagierte und meinen Glauben vertiefen konnte.“ Nach dem Aufenthalt in Erfurt kehrte er nach Argentinien zurück und absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in seiner Heimatgemeinde in Cordoba. Ab September 2018 ging er ins Propädeutikum, ein Vorbereitungsjahr für das Theologiestudium, nach Bamberg und studierte anschließend in Erfurt und in Rom Theologie. Im vergangenen Jahr hat er sein Studium mit dem Magister in Theologie abgeschlossen. Seit August 2025 ist Herr Ferraris im Pastoralkurs mit Ausbildungsphasen in Erfurt, Hamburg und Paderborn. Die praktische Ausbildung absolviert er in der Pfarrei St. Anna in Lengenfeld u. Stein mit ihren Kirchorten.
Zum Weihegottesdienst und der anschließenden Begegnung mit Imbiss auf dem Gelände des Konrad-Martin-Hauses (Lange Straße 4) sind alle herzlich eingeladen.
Stichwort: „Diakon, Diakonenweihe“
In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff Diakon stammt vom griechischen Verb „diakonein“ ab und bedeutet Diener, Helfer. Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur „Durchgangsstufe“ auf dem Weg zum Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), die Versammlung aller katholischen Bischöfe mit dem Papst, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die ihren Dienst in der Gemeinde verrichten. Unverheiratete und auch verwitwete Männer können ebenfalls Ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend.
Zu den Aufgaben des Diakons gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders um Alte und Kranke.
Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb einer Heiligen Messe liegen die Kandidaten bei der Allerheiligenlitanei vor dem Altar auf dem Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen wollen. Der Bischof weiht durch Handauflegung und Gebet. Die Pfarrer der Heimatgemeinden legen den neuen Diakonen die liturgischen Gewänder an. Dann überreicht der Bischof das Evangelienbuch, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll, und besiegelt mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß die Aufnahme in das neue Amt.