Abschied und Aufbruch

Letztmalig Gottesdienst in St. Johannes der Täufer in Schalkau gefeiert

Das Bild zeigt ein Fenster der profanierten Kapelle und das Gebäude, in dem sich die Kapelle befand. Es wurde der Festschrift der Pfarrei St. Stefan, Sonneberg, entnommen. Die Rechte liegen bei der Pfarrei.

Zum letzten Mal versammelte sich die Gemeinde des Kirchortes Schalkau am vergangenen Sonntag (28. Juni 2026) in ihrer Kapelle St. Johannes der Täufer, um gemeinsam mit Weihbischof Reinhard Hauke Gottesdienst zu feiern. Denn es war ein Abschied. Mit Wirkung 30. Juni 2026 wurde diese Kapelle durch Bischof Ulrich Neymeyr profaniert (entwidmet).

Schalkau gehört als Kirchort zur Pfarrei St. Stefan, Sonneberg. Dem Abschied von der Kapelle waren Beratungen zwischen Kirchenvorstand und Kirchortrat unter Einbeziehung der Gemeindemitglieder vorangegangen. Die immer kleiner werdende Zahl an Gottesdienstbesuchern war einer der Gründe, die Kapelle aufzugeben. Das bedeutet für die Schalkauer nun, sich zur Feier eines Gottesdienstes auf den längeren Weg zu einer Kirche in einem anderen Kirchort zu machen.

80 Jahre diente die Kapelle in der ehemaligen "Zinnerschen Villa" den Schalkauern als Gottesdienstort.

In seinen Begrüßungs- und Dankesworten am Anfang und Ende des letzten Gottesdienstes drückte Pater Stanley Ekwugha, Pfarrer der Pfarrei, den Schmerz, aber auch die Zuversicht anlässlich dieses Ereignisses aus.

Lieber Weihbischof Hauke, wir heißen Sie in unserer Mitte hier in Schalkau von Herzen willkommen. Mit Ihrer Anwesenheit an diesem historischen Ort erfahren wir in dieser schweren Stunde der Profanierung eine tiefe geistliche Verbundenheit. Es ist uns eine große Ehre und ein bedeutender Trost, dass Sie persönlich den feierlichen Gottesdienst zur Profanierung unserer Kapelle leiten. Ihre Anwesenheit zeigt uns, dass unsere kleine Gemeinschaft auch in Zeiten des Wandels nicht allein gelassen wird. Wir danken Ihnen für Ihr Kommen, Ihren bischöflichen Segen und Ihren offenen pastoralen Blick für unsere Sorgen. Wir bitten Sie nun, die Heilige Messe mit uns weiter zu begehen.


Dankesworte und Trost von Pfarrer Ekwugha


Liebe Schwestern und Brüder, der heutige Tag fällt uns allen unendlich schwer. Wir müssen Abschied nehmen von einem Ort, der für Generationen ein geistliches Zuhause war, in dem wir getauft wurden, gebetet und getrauert haben. Doch auch wenn dieses Gebäude heute profaniert wird, geht unser Glaube nicht verloren. Die Kirche ist kein reines Bauwerk, sie lebt in unseren Herzen und in unserer Gemeinschaft, die weiterhin hier in Schalkau bestehen bleibt.

Danken möchte ich von ganzem Herzen unserem Herrn Weihbischof Hauke für das feierliche Mitfeiern, die aufbauenden Worte und das tiefe Verständnis für unsere Emotionen. Danken wir auch dem Bürgermeister Schwimmer für seine Anwesenheit. Die  Evangelische Geschwister, mit denen wir Gott unseren Vater nennen, sind nicht von uns vergessen. Gemeinsam hören wir darauf, was der Geist Gottes uns in unserer Zeit sagt. Wir sind dankbar für all die Gnade, die in diesen alten Mauern viele Jahren gewirkt hat. Möge der Schmerz über den heutigen Verlust bald der Gewissheit weichen, dass Gottes Liebe überall bei uns ist – ganz egal, an welchem Ort wir in Zukunft beten.

 

Weihbischof Reinhard Hauke thematisierte in seiner Predigt ebenfalls Abschied und Aufbruch. (bitte anklicken)