Am Abend des 29. September 2020 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener und unseren Mitbruder Herrn Pfarrer in Ruhe Leo Fischer zu sich in sein himmlisches Reich.
Pfarrer Leo Fischer stand im 84. Lebensjahr und im 54. Jahr seines priesterlichen Dienstes.
Requiem mit anschließender Beerdigung am 7. Oktober um 14 Uhr in St. Antonius, Worbis. Anmeldung erforderlich.
Leo Fischer wurde am 5. Juni 1937 als viertes Kind von Josef und Maria Fischer in Mispelsee/Ermland geboren. Nach der Vertreibung aus der Heimat fand die Familie in Wohlsborn/Kreis Weimar ein neues Zuhause. Nach der achtjährigen Schulzeit begann Leo Fischer eine Ausbildung als Klempner in Weimar, die er 1954 mit der Gesellenprüfung abschloss.
Da er sich für den Dienst als Priester entschlossen hatte, begann er bei den Pallottinern in Limburg die theologischen Studien. Wegen der verschärften politischen Verhältnisse verließ Leo Fischer diesen Ausbildungsort und ging in das Norbertinum in Magdeburg, um sich auf das Studium vorzubereiten. Von 1961 bis 1966 studierte Leo Fischer in Erfurt und Neuzelle Theologie und wurde am 25. Juni 1967 durch Weihbischof Hugo Aufderbeck im Erfurter Mariendom zusammen mit sieben weiteren Diakonen zum Priester geweiht.
Nach seiner Priesterweihe wurde er nach kurzzeitiger Aushilfe in Gräfenroda zum Kaplan der Pfarrei Uder ernannt. Im Jahr darauf wurde Leo Fischer Kaplan der Pfarrei Eisenach und übernahm die Verantwortung als Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Eisenach-Gotha. 1970 ernannte ihn der Bischof zum Pfarrkuraten der Kuratie Heldrungen und zum Kooperator der Pfarrei Sömmerda. 1972 übernahm er den seelsorglichen Dienst als Kaplan in der Pfarrei Suhl. Damit begann ein Versuch des kooperativen Miteinanders von drei Seelsorgern in Suhl, Schleusingen und Zella-Mehlis.
Gleichzeitig wurde er zum Dekanatsjugendseelsorger des Dekanates Suhl ernannt. Seit 1974 war Leo Fischer im Seelsorgerat des Bischöflichen Generalvikariates als Vertreter des Priesterrates tätig. Im gleichen Jahr wurde Leo Fischer die Pfarrei Suhl übertragen, die dann für neun Jahre sein Wirkungsort blieb.
1983 wechselte Pfarrer Fischer in das Eichsfeld und übernahm die Pfarrei Weißenborn-Lüderode. 1984 wählten ihn die Mitbrüder des Dekanates Bischofferode zu ihrem Pastoralreferenten.
Nach fünf Jahren übertrug ihm der Bischof die Aufgabe des Krankenhauspfarrers im Katholischen Krankenhaus Erfurt. 1990 wurde er zum Pfarrer der Pfarrei Ohrdruf ernannt. Gesundheitliche Probleme veranlassten ihn wieder zu einem Wechsel in die Krankenhausseelsorge in Erfurt und zur Übernahme der Seelsorge in den Pfarrkuratien Kölleda und Heldrungen. 1992 ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer der Pfarrei Kirchgandern mit seelsorglichen Aufgaben in Kirchgandern und Hohengandern.
Nach 14 Jahren bat Pfarrer Fischer im Jahr 2006 den Bischof um Versetzung in den Ruhestand unter Beibehaltung seiner Verantwortung für die Eichsfelder Gehörlosengemeinde, von der er Ende 2008 entlastet wurde. Seinen Wohnsitz nahm er im Haus St. Elisabeth in Worbis. Gesundheitsbedingt wechselte er 2019 in das Pflegeheim St. Josef in Niederorschel, wo er am 29. September verstarb.
In Dankbarkeit gedenken wir auch Frau Gertrud Morawietz, die als Haushälterin bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 die seelsorgliche Arbeit von Herrn Pfarrer Leo Fischer unterstützt hat.
Seit dem 16. Mai 1987 war Pfarrer Leo Fischer Mitglied im Pactum Marianum. Für sein verdienstvolles priesterliches Wirken sei ihm von Herzen gedankt. Requiescat in pace!
Erfurt, 1. Oktober 2020
Für das Bistum Erfurt
Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone
Das Requiem wird gefeiert am Mittwoch, 7. Oktober 2020, um 14 Uhr in der Antoniuskirche zu Worbis. Anschließend ist die Beerdigung auf dem benachbarten Friedhof.
Anmeldung ist erforderlich unter: 036074 948 20