Am 29. Dezember 2017 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener und unseren Mitbruder Herrn Dozent in Ruhe, Ehrendomkapitular im Kathedralkapitel des Bistums Magdeburg Franz Schneider zu sich in sein himmlisches Reich.
Dozent Franz Schneider stand im 86. Lebensjahr und im 59. Jahr seines priesterlichen Dienstes.
Franz Schneider wurde am 10. Januar 1932 in Salnei/Kreis Trautenau/Sdl. geboren. Nach der Schulzeit in Salnei und Kukus sowie – nach der Vertreibung aus dem Sudentenland – in Bernburg/Saale absolvierte Franz Schneider sein Theologiestudium in Erfurt zwischen 1953 und 1957. Nach der Teilnahme am Pastoralkurs auf der Huysburg empfing er am 26. Juni 1959 in Magdeburg durch Weihbischof Dr. Friedrich Maria Rintelen die Priesterweihe.
Den priesterlichen Dienst begann er als Vikar in Bad Liebenwerda. 1959 wurde er zum Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Torgau gewählt. 1962 wurde er zum Assistenten im Fach Liturgiewissenschaft am Philosophisch-Theologischen Studium und zum Präfekten im Regional-Priesterseminar Erfurt ernannt. 1965 erhielt er den akademischen Grad des Lizentiaten der Theologie und übernahm 1965 den Dienst als Subregens im Erzbischöflichen Priesterseminar Huysburg. 1967 wechselte er in das Priesterseminar in Erfurt und übernahm den Dienst als Spiritual.
Schon 1974 wurde ihm auf Antrag der Professorenkonferenz ein Lehrauftrag im Fach Liturgiewissenschaft am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt erteilt. Seit dem 1. Januar 1976 übernahm er in der Nachfolge von Professor Dr. Bruno Löwenberg die Dozentur für Liturgiewissenschaft.
Neben vielen Aufsätzen vor allem zur Theologie und Pastoral der Liturgie legte Dozent Franz Schneider eine Studie zu den liturgischen Quellen der Erfurter Stiftskirche St. Marien vor. Seine Arbeiten waren ganz der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils und der nachvatikanischen Liturgiereform verpflichtet. Wichtig waren für ihn u.a. die Anthropologie der Liturgie und die Erneuerung des Katechumenats.
An der wissenschaftlichen Begleitung der Liturgiereform in der damaligen DDR war er maßgeblich beteiligt. Schneider war von 1971 bis 1990 Mitglied der Liturgiekommission der Berliner Bischofskonferenz. Ab 1977 war er deren Sekretär. Von 1979 bis 1996 gehörte er der Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommission im deutschen Sprachgebiet an. Von 1990 bis 1996 war er Berater der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Sein besonnenes, immer fachkundiges Urteil wurde im deutschen Sprachgebiet und darüber hinaus unter Fachkollegen und bei Verantwortlichen der Kirche sehr geschätzt.
Schneider hat mehrere Generationen von Theologinnen und Theologen im Sinne des Konzils nachdrücklich geprägt. Für seine Verdienste ist ihm am 14. November 2000 der Ehrenring des Deutschen Liturgischen Instituts Trier verliehen worden. Das Trierer Institut würdigte Schneiders Wirken als „Gewinn für das liturgische Leben in Ost- und Westdeutschland und im deutschen Sprachgebiet“.
Zum 1. September 1998 bat Dozent lic. theol. Franz Schneider Bischof Dr. Joachim Wanke um Emeritierung von seinem Dienst als Dozent der Liturgiewissenschaft, nachdem die Nachfolge mit der Ernennung von Herrn Professor Dr. Benedikt Kranemann geregelt war. 2001 ernannte ihn Bischof Leo Nowak zum Ehrendomkapitular der Kathedrale St. Sebastian zu Magdeburg. Von 2002 bis 2008 brachte er seine liturgiewissenschaftlichen Erfahrungen als Leiter der Liturgiekommission des Bistums Magdeburg ein.
Viele Jahre wohnte Dozent Schneider im alten Pfarrhaus an der Schottenkirche. Aufgrund des Alters zog Dozent Franz Schneider in das Caritas-Altenheim „Carolinenstift“ in Erfurt und wurde von seiner Familie, den Freunden und den Mitarbeitern des Hauses liebevoll betreut.
Während seiner Zeit in Erfurt wirkte Dozent Schneider als Priester in der Pfarrei St. Lorenz mit und übernahm besonders gern die Gottesdienste in der Kirche St. Nicolai und Jacobi (Schottenkirche). Weiterhin wirkte er als Seelsorger in Winterstein und war für die dort lebenden Frauen des Säkularinstitutes „St. Bonifatius“ über viele Jahre hin der geistliche Begleiter.
Am Nachmittag des 29. Dezembers 2017 verstarb Dozent Franz Schneider im Helios-Krankenhaus in Erfurt.
Für sein verdienstvolles wissenschaftliches und priesterliches Wirken möge er reichen Lohn erhalten.
Für das Bistum Erfurt
Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Das Requiem für Dozent Franz Schneider wird gefeiert am Montag, 8. Januar 2018 um 9.30 Uhr im Erfurter Dom. Im Anschluss daran ist um 11.30 Uhr die Beerdigung auf dem Hauptfriedhof in Erfurt.