Heiliger Vater, seien Sie von uns allen herzlich willkommen geheißen!
Wir freuen uns, dass Sie an diesem Abend mit uns die Vesper hier am Marienwallfahrtsort Etzelsbach beten und singen wollen. Zunächst wollen einige Christen aus dem Eichsfeld das christliche Leben in dieser Gegend vorstellen.
Heiliger Vater, Sie besuchen uns in einer Zeit vielfältigen Wandels. Als Christen des mitteldeutschen Raumes bemühen wir uns neu zu buchstabieren, welchen Auftrag die Kirche hier und heute hat. Die vier Fahnen im Altarraum geben Zeugnis von unserer Antwort, die wir zu leben versuchen: Mut zum Zeugnis, Seelsorge als Auftrag aller, Barmherzigkeit und Güte, Himmel und Zukunft. Wir überreichen sie Ihnen als Zeichen unseres gemeinsamen Suchens und Gehens und bitten um Gebet für unseren Weg als Kirche in diesem Raum.
Wir heißen Sie willkommen hier in der Region des Eichsfeldes. Unser ländlich geprägter Lebensraum war über Jahrzehnte durch feindlich gesinnte Gesellschaftssysteme getrennt, heute verbindet er uns über Bundesländer und Bistümer hinweg und mahnt zu Einheit und Frieden. Wir bringen Ihnen dieses aus ehemaligem Grenzzaun geschnittene Kreuz als Zeichen der Hoffnung und versichern Ihnen, dem Diener an der Einheit der Menschheit mit Gott und untereinander unser Gebet für all Ihre Aufgaben.
Heiliger Vater, das Eichsfeld ist auch heute ein Land kirchlich verwurzelter Traditionen. Eine Vielzahl von Wallfahrtsorten und kirchlichen Einrichtung in der Sorge um Bildung und Beheimatung aus dem christlichen Glauben heraus und ein lebendiges Gemeindeleben in unseren Dörfern und Kleinstädten geben Zeugnis davon. Aus unseren karitativen Einrichtungen bringen wir Ihnen als Zeichen dafür diese Schale, gefüllt mit Symbolen für Glaube, Hoffnung und Liebe. Wir bitten Sie, uns durch Ihr Wort und Gebet in unserem Christsein zu stärken, damit der Glaube hier und darüber hinaus in ganz Europa Zukunft hat.
Heiliger Vater, seit unserer Bistumsjugendwallfahrt im Frühjahr haben wir uns auf Ihren Besuch vorbereitet und dabei das Kreuz durch das Bistum getragen, das jetzt hier am Altar steht. Es erinnert ein wenig an das Weltjugendtagskreuz, das uns im Jahr 2005 auf dem Weg nach Köln und zur ersten Begegnung mit Ihnen begleitete. Unsere T-Shirts stammen vom Weltjugendtag dieses Jahres und zeigen, was heute wahr geworden ist: Benedikt, wir sehen uns zweimal! Als Zeichen der Verbundenheit und mit der Bitte, uns und die Jugendlichen in aller Welt im Gebet zu begleiten und uns gemeinsam Verantwortung für die Kirche der Zukunft zuzutrauen, überreichen wir Ihnen ein kleines Kreuz, das an das große Kreuz erinnert, das hier in Etzelsbach bleiben wird.
Ich danke herzlich für die Vorstellung unseres Bistums.
Lasst uns jetzt mit den Worten der Psalmen und des Neuen Testaments das Gotteslob singen und beten.