Weihnachtsengel gesucht

Wort zu Weihnachten von Bischof Joachim Wanke

Es gibt Menschen in unserem Land, die sich vor Weihnachten fürchten. Krankheit, schwelende Konflikte, ein weggelaufener Partner, plötzliche Arbeitslosigkeit - solche Bitterkeiten, Enttäuschungen, solcher Frust und Ärger verfliegen nicht einfach, weil der Kalender den 24. Dezember anzeigt. So werden manche denken: Weihnachten ist eine schöne Abwechslung, aber danach geht alles wieder seinen gewohnten Gang.


Das Weihnachtsfest widerspricht dieser resignierten Haltung. Die Botschaft der Engel auf den Fluren von Bethlehem kündet von einem neugeborenen Kind, auf das wir hoffen sollen: Jesus, der von Gott kommt und doch ganz einer von uns ist. Wer sich ihm anvertraut, bekommt festen Halt im eigenen Leben, selbst im Sterben. So manche bedeutende Personen, auf die wir Thüringer stolz sind, bezeugen das: Radegunde, Bonifatius, Elisabeth, Meister Eckart, Luther, Bach, Neumark, Praetorius, Fröbel, Herder und viele andere, bis hin zum Pfarrer Schneider, dem Prediger von Buchenwald und seinem katholischen Leidensgenossen Otto Neururer.


Engel sind auch heute gefragt. Im Alltag könnte die Engelsstimme die Klangfarbe eines vertrauten Menschen haben, der sagt: "Komm, wage einen neuen Anfang! Ich lass dich nicht allein!" Solche Worte verwandeln. Sie erreichen das Herz. Thüringen braucht Menschen, die die Botschaft der Weihnachtsengel vervielfachen.


Allen ein frohes Weihnachten und Gottes Segen im neuen Jahr 2006!

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