Warum der Bischof mitten im Sommer von Weihnachten erzählt

Bischof Joachim Wanke schreibt den Kindern einen Ferienbrief

Liebe Mädchen und Jungen,


jetzt ist Sommer und bald beginnen die Ferien. Wenn das Wetter schön ist, kann man gut draußen sitzen. Sicher dürft ihr in den Ferien manchmal länger aufbleiben, dann könnt ihr abends die Sterne sehen, vielleicht am Strand oder am Lagerfeuer oder einfach zu Hause. Vielleicht kennt ihr sogar Leute, die euch ganz verschiedene Sternbilder zeigen können. Durch diese Sternbilder haben die Seeleute früher den richtigen Weg über das Meer gefunden.


Eine Geschichte mit einem Stern aus der Bibel, kennt ihr sicher alle. Vor allem diejenigen von euch, die bei den Sternsingern mitmachen: Drei Weise aus dem Osten sahen einen neuen Stern. Sie zogen los, um dem neugeborenen König zu huldigen und sie fanden Jesus, das Kind in der Krippe, den König.


Jetzt fragt ihr sicher: Warum erzählt der Bischof mitten im Sommer von Weihnachten? Das liegt am Weltjugendtag. Im August werden viele Jugendliche aus verschiedenen Ländern nach Köln kommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und tolle Tage zu erleben. Diese Tage stehen unter dem Motto: "Wir sind gekommen, ihn anzubeten". Wie damals die Könige, so gehen die Jugendlichen los, um Jesus anzubeten.


Für die Ferien möchte ich euch etwas von dem Stern schreiben, damit ihr Jesus finden könnt:



1. Sich auskennen


Die Weisen aus dem Morgenland kannten sich mit Sternen aus, deshalb merkten sie, dass ein neuer König, Jesus geboren war. Auch heute muss man sich auskennen, wenn man Jesus finden will. Deshalb ist es gut, wenn ihr im Religionsunterricht gut aufpasst und viel über Jesus und Gott erfahrt. Aber alles lernt man nicht im "Reli", außerdem habt ihr ja nun Ferien. Die RKW ist eine gute Möglichkeit, sich besser im Glauben auszukennen. Sicher machen auch in diesem Jahr viele von euch wieder mit.

Aber es gibt noch eine richtig gute Möglichkeit, mehr zu erfahren: Fragt einfach nach, wenn ihr etwas nicht verstanden habt oder es genauer wissen wollt! Löchert eure Eltern, den Pfarrer oder die Gemeindereferentin oder andere Leute aus der Gemeinde mit euren Fragen. Fragt sie einfach: Woher weißt du das? Hast du schon einmal etwas mit Gott erlebt? Sie werden euch sicher Antworten geben! Manche Antworten werdet ihr auch selber finden: durch eigenes Nachdenken, beim Lesen in der Bibel oder beim Beten - im Gespräch mit Gott.



2. Losgehen


Das beste Wissen ist wertlos, wenn man damit nichts anfangen kann. Ihr kennt das vielleicht: In der Schule mag man die Fächer am meisten, bei denen man merkt: Das kann ich einmal gebrauchen. So ist es auch mit Jesus. Nur etwas über ihn zu wissen - das reicht nicht. Die drei Weisen aus dem Morgenland haben nicht nur den Stern erkannt - sie sind auch losgegangen. Ihr müsst nicht gleich nach Bethlehem laufen. Aber im Urlaub vielleicht in eine Kirche gehen - nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Beten. Oder wenn eure Eltern ein bisschen vergesslich sind, dann könntet ihr sie erinnern: "Morgen ist Sonntag - da gehen wir doch zum Gottesdienst!" Denkt in den Ferien auch an das Morgengebet: "Mit dir, Jesus, will ich den Tag beginnen. Bleibe bei mir. Segne mich und die Menschen, die mir heute begegnen!"



3. Ankommen


Einen Weg gehen - das macht am meisten Spaß, wenn man sich auf das Ziel freut. Die drei Weisen aus dem Morgenland haben den Stern über dem Stall gesehen und wussten: Wir sind am Ziel. Sie haben Jesus gefunden und sich gefreut. Bis wir bei Jesus ankommen - das dauert noch. Denn erst nach dem Tod werden wir ihn sehen. Trotzdem könnt ihr immer wieder einmal erleben, dass er wirklich nahe ist, etwa in festlichen Gottesdiensten oder beim Gebet nach der Kommunion, in stillen Augenblicken oder wenn ihr merkt: Hier hat Gott mir geholfen. Hier war Jesus mir ganz nahe. Vergesst nicht dieses große Ziel: Wir wollen bei Jesus ankommen, ihm nahe sein - schon jetzt im irdischen Leben und irgendwann einmal für immer im Himmel.


Liebe Kinder, vielleicht könnt ihr aus der Weihnachtskiste bei euch zu Hause einen kleinen Stern heraussuchen. Nehmt ihn als Erinnerung mit in die Ferien. Damit ihr nicht vergesst, worauf es wirklich ankommt: sich mit dem Glauben auszukennen, Jesus entgegenzugehen und ganz sicher zu sein, einmal bei ihm anzukommen.


Ich freue mich darauf, euch bei der Kinderwallfahrt oder bei den Gottesdiensten zum Weltjugendtag in Erfurt und Heiligenstadt zu sehen. Ich segne euch alle und wünsche euch frohe und gute Ferientage.


Euer Bischof

Joachim

Der Stern im Logo des Weltjugendtages