Vordenker in Sachen Liturgie

Liturgiewissenschaftler würdigen das Deutsche Liturgische Institut in Trier zum 60. Jubiläum


Liturgie: Höhepunkt, dem
das Tun der Kirche zustrebt;
Quelle, aus dem ihre Kraft strömt
Anerkennung und Lob: 60 Jahre Deutsches Liturgisches Institut in Trier

Erfurt/Trier (BiP/AKL). Anlässlich des 60jährigen Bestehens des Deutschen Liturgischen Instituts (DLI) in Trier hat der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler (AKL) auf die Bedeutung des DLI für Wissenschaft und Pastoral hingewiesen. "Das Liturgische Institut kann nicht nur auf eine glanzvolle Geschichte zurückblicken, es hat angesichts einer veränderten Situation von Religion und Kirche in der Gesellschaft auch ein breites Aufgabenfeld in der Zukunft vor sich", sagte der Erfurter Theologe Benedikt Kranemann in Erfurt. Das DLI wurde am 17.12.1947 gegründet.


Aufmerksam habe das Liturgische Institut neue Feierformen der katholischen Kirche beobachtet - etwa in Ostdeutschland das Erfurter Weihnachtslob oder die Lebenswendefeier für konfessionslose Jugendliche - und in wissenschaftlichen und seelsorglichen Publikationen darüber berichtet und diskutiert. So sei es dem Institut über sechs Jahrzehnte gelungen, immer neu sein Aufgabenfeld zu definieren und Diskussionen in Kirche und Theologie mitzugestalten. "In Trier", so Professor Kranemann, "wurde nicht nur nach-, sondern auch vorgedacht."


Auf vielen Themenfeldern sei das Institut seiner Zeit voraus gewesen. Kranemann erinnerte an die Theologen Johannes Wagner, Balthasar Fischer und Heinrich Rennings, die das DLI über Jahrzehnte geprägt haben. Reflexion der Gottesdienstpraxis, Hilfestellung für die Seelsorge und wissenschaftliche Arbeit über das weite Feld des Gottesdienstes der Kirche verbinden sich mit den Namen dieser Persönlichkeiten, die das gottesdienstliche Leben der Kirche maßgeblich mitgestaltet haben.


Allen Unkenrufen zum Trotz bewege sich die katholische Liturgie in Deutschland auf einem hohen Niveau. "Auch wenn sich das Gottesdienstverhalten geändert hat, spielt die Liturgie im Leben der Gläubigen eine zentrale Rolle und wird auch in der Gesellschaft als spirituell bedeutsam wahrgenommen", sagte Kranemann. Hier Trends kritisch begleitet, kritisiert, aber auch motiviert zu haben, sei das Verdienst der Trierer Wissenschaftler, Publizisten und Referenten. "Ohne das DLI sähe die katholische Kirche in Deutschland anders aus und besäße die Liturgie in der Praxis nicht den hohen Stellenwert, den sie heute hat", betonte der AKL-Vorsitzende.


Kranemann unterstrich die Bedeutung des Trierer Instituts für die Forschung. Mehrere Generationen von Wissenschaftlern, die im Trierer Institut gearbeitet haben, hätten dort eine Forschungsbibliothek aufgebaut, die weltweit ihresgleichen suche. Die katholische Kirche verfüge in Trier über eine einzigartige Einrichtung für Forschungen zu Themen wie Kirchenbau, kirchliche Kunst, Geschichte und Gegenwart von Gottesdienst und Frömmigkeit. "Für die internationale liturgiewissenschaftliche Forschung ist das Deutsche Liturgische Institut ein Schatz, mit dem die Kirche auch für die Pastoral wuchern kann", würdigte Kranemann das DLI. Um die Zukunft des Instituts habe er keine Sorgen: "Die katholische Kirche, die ihre Traditionen gerade in Liturgie und Spiritualität pflegt, wird ein solches Institut auf hohem Niveau ins nächste Jahrzehnt führen."

Deutsches Liturgisches Institut