Wer nach Ershausen fährt und das dortige St. Johannesstift besucht, wird mit Sicherheit neben den dortigen Bewohner:innen und Mitarbeitenden auch auf indische Ordensfrauen treffen. Sie gehören der „Society of Kristudasis“ an, einer Ordensgemeinschaft, die 1977 von Erzbischof Jacob Thookuzhy in Kerala, Indien, gegründet wurde. Ihren Schwerpunkt hat sie im Pastoralen Dienst. Im Eichsfeld gibt es zwei Konvente. Drei Schwestern sind in Heilbad Heiligenstadt tätig (im Raphaelsheim und im Caritashospiz Mutter Teresa) und fünf im St. Johannesstift, Ershausen. Dorthin kam die erste von ihnen, Sr. Lissy, vor zehn Jahren. Im Laufe der folgenden Jahre wuchs der Konvent auf fünf Schwestern an.
(v.l.) Sr. Birtu, Sr. Deephti, Sr. Lissy, Sr. Soniya, Sr. Eljees (Foto: Andrea Wilke)
Am 10. August feierten die Schwestern in Ershausen ihr Zehnjähriges. Die Dankfeier begann mit einem Festgottesdienst in der Hauskapelle gemeinsam mit Bischof Neymeyr, der Hausgemeinschaft und vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft und Nachbareinrichtungen, u.a. mit der Landrätin Marion Frant, dem Präsidenten des Thüringer Landtags Dr. Thadäus König, der Ortsbürgermeisterin Doreen Mathias-Fromm, Vertretern des Sozialamts, Schwestern der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul und vielen mehr.
Als große Überraschung kamen die Kinder und Erzieherinnen des Kath. Kindergartens und gratulierten mit Liedern und gebastelten Präsenten.
Siehe, ich bin die Magd des Herrn
Für die Schwestern ist Ershausen nicht die erste Station in Deutschland. Zum Teil sind sie schon mehrere Jahrzehnte in Deutschland, haben in Sprachkursen Deutsch gelernt und zum Teil auch eine Ausbildung, zum Beispiel in der Krankenpflege absolviert. Anfangs hatten sie auch etwas Heimweh; von Kerala in einen Ort in Deutschland ist ein großer Schritt. Doch durch die Gemeinschaft mit den anderen Schwestern haben sie das Heimweh nicht mehr gefühlt, erzählen sie. Jede von ihnen hat sich freiwillig dafür entschieden, nach Deutschland zu gehen. Die Entscheidung wird nicht „von oben“ gefällt, sondern jede Einzelne wird gefragt.
„Am Anfang war das nicht leicht, als wir gefragt wurden. Aber dann haben wir nachgedacht: Egal, wo wir sind, wir wollten ja Menschen dienen. Ob das nun in Deutschland ist oder anderswo, ist eigentlich egal. Unser Motto ist, wie es die Muttergottes gesagt hat: ‘Siehe, ich bin die Magd des Herrn.‘ Sie ist unser Vorbild.“
Herzenswunsch
Die Schwestern baten darum, anlässlich ihres Jubiläums auf Präsente zu verzichten. Ihr Herzenswunsch ist es, das Projekt „Begleitung von Kindern in Madagaskar durch die Kristu-Dasi Schwestern“ finanziell zu unterstützen.
Nähere Informationen zu diesem Projekt hier
Zum Fest trugen alle Schwestern ihren Sari.
Fotos: Tobias Fritsch





