Papua-Neuguinea ist ein Inselstaat mit vielen Vulkanen. Das exotische
Land liegt nördlich von Australien.
Erfurt/Jena/Weimar (BiP). Im Monat der Weltmission ist der Priester John Willio Atit aus Papua-Neuguinea zu Gast im Bistum Erfurt, wo er unter anderem drei Schulen in Erfurt, Jena und Weimar besuchen wird (Termine s.u.!). Der Geistliche reist auf Einladung des Internationalen Katholischen Missionswerkes Missio e.V., das eines der größten Hilfswerke in Deutschland ist und den Aufbau der katholischen Kirche in mehr als 80 Ländern in Afrika, Asien und Ozeanien fördert.
Unter dem Leitwort "Dein Wort ist ein Licht für meine Pfade" stellt Missio in diesem Jahr das Engagement der katholischen Kirche in Papua-Neuguinea in den Blickpunkt. Ein Land, das zwischen Tradition und Moderne steht und viele Herausforderungen bewältigen muss. Die traditionellen Dorf- und Familienstrukturen und damit zusammenhängende Werte und Rollen lösen sich auf. Außerdem gibt es einen erbitterten Kampf um die wertvollen Rohstoffe des Landes. Viele Arbeiter, die in der Rohstoff-Förderung beschäftigt sind, sichern mit ihrem Einkommen nicht die Zukunft ihrer Familien, sondern konsumieren ihren Lohn sofort. Folgen sind unter anderem Prostitution, AIDS, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Gewalt, besonders gegen Frauen und Mädchen, ist stark verbreitet. Dies lässt neben Korruption und Vetternwirtschaft die Entwicklung des Landes stagnieren. In einer Gesellschaft, die zutiefst religiös geprägt ist, ist für viele Menschen die Kirche die einzige Kraft, der sie vertrauen.
John Willio Atit wurde am 16. Juni 1969 geboren. Nach Abschluss der Höheren Schule studierte er am Katholischen Institut Bomana Theologie und wurde 2004 zum Priester geweiht. Schon sehr früh erkannte sein Erzbischof John Ribat aus der Hauptstadt Port Moresby die Talente des jungen Geistlichen und ernannte ihn zu seinem bischöflichen Vikar. In dieser Aufgabe bereitet Fr. John die Pastoralbesuche des Bischofs in den Pfarreien vor. Er besucht die Gemeinden und ist so über die Freuden und Sorgen der Menschen bestens informiert.
Fr. John koordiniert und leitet die pastoralen Aktivitäten auf Bistumsebene. Die Menschen in der Hautstadt seien, so der engagierte Seelsorger, hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne. "Die meisten Städter haben das traditionelle Leben in den Dörfern verlassen, um eine bessere Perspektive in der Stadt zu finden", benennt der Geistliche die Realität. Dort allerdings, weiß Fr. John, treffen sie auf harten Konkurrenzkampf um Jobs und Geld. Auch die Familienstrukturen ändern sich: "Aus der herkömmlichen Großfamilie, in der man sich gegenseitig hilft, wird die kleine Kernfamilie, die allein zurecht kommen muss".
Der junge Geistliche möchte seine Mitchristen ermutigen, den Weg des Wandels mitzugehen und gleichzeitig das Gute aus der Tradition zu bewahren. "Wenn eine Frau geboren hat, kann das Kind nicht mehr in den Mutterleib zurück", verweist Fr. John auf ein Sprichwort, das in den Kulturen Papua-Neuguineas beheimatet ist und deutlich macht, dass es kein Zurück gibt. Die Menschen auf ihrem Weg in die Moderne zu begleiten sei, so Fr. John, Aufgabe der Kirche. Er selber sieht darin seine priesterliche Berufung. Mit Optimismus blickt er in die Zukunft, denn für die Menschen in Papua Neuguinea gebe es keine Trennung zwischen Glaube und Alltag. "Ein Leben ohne Glauben können sich die Menschen gar nicht vorstellen."