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170 Jahre Kolpingsfamilie - Weihbischof dankte ältestem Erfurter Verein

Weihbischof Reinhard Hauke, Diözesanpräses Winfried Mucke (l.) und Präses Prof. Dr. Georg Hentschel (r) mit Bannerabordnungen aus den Thüringer Kolpingsfamilien; Bild: Michael Meinung

Sein 170jähriges Bestehen feierte am vergangenen Samstag (6. Mai) der älteste ununterbrochen bestehende Verein Erfurts: die heutige Kolpingsfamilie.
Elf Handwerksgesellen riefen ihn am 5. Mai 1853 aus sozialen und religiösen Gründen in der damaligen Erfurter Domschule ins Leben. Gedacht war er vor allem für Handwerksburschen auf der Walz. Seitdem hat sich der frühere katholische Gesellenverein im Laufe sehr bewegter Jahrzehnte zu einem hoch anerkannten christlichen Sozialverband weiterentwickelt.

Viele Gäste aus ganz Thüringen und weitere Partner nahmen am Jubiläumsgottesdienst in der Kirche St. Josef, Erfurt und der anschließenden Feierstunde teil.
Festprediger Weihbischof Dr. Reinhard Hauke würdigte das langjährige, tatkräftige Wirken des Vereins aus christlichem Geist heraus und betonte:

"Wir sind dankbar dafür, dass es Menschen wie die Kolpingsfamilie gibt, die dem Evangelium so viele Jahre ein Gesicht geben."

In diesem Zusammenhang stellte er den seligen Verbandsgründer Adolph Kolping in eine Reihe mit Sozialaposteln wie Mutter Theresa, die ebenfalls die Nöte ihrer Zeit erkannte und konkrete Hilfe leistete.

Auf die verschiedenen heutigen Angebote der über 70 Mitarbeiter:innen des Thüringer Kolping-Bildungswerkes machte in der Feierstunde KBW-Geschäftsführerin Kristina Nordt aufmerksam. So biete man auf zwei Standorten für bedürftige Jugendliche berufsbegleitende Maßnahmen an, insbesondere für Menschen mit Behinderung, saniere gegenwärtig ein Jugend-Wohnheim in der Binderslebener Landstraße (Erfurt), betreue in zwei Kindergärten mehr als 200 Jungen und Mädchen und leiste in seiner Dienstleistungs-GmbH seit Jahren Suchtkranken konkrete Unterstützung.

Zuvor hatten der Vereinsvorsitzende Peter Maulhardt und der Vereinschronist Michael Meinung auf viele andere Aktivitäten der Erfurter Kolpingmitglieder, zum Beispiel in der Rumänien- und Ukrainehilfe, hingewiesen.
Die großzügige Kollekte des Jubiläums, die für eine Mutter-Kind-Klinik in Tansania bestimmt ist, belegte dann einmal mehr, dass bei Kolping der alte Solidaritätsgedanke bleibend lebendig ist.