Verbundenheit im Glauben neu erlebt

Von der Fahrt einer Jugendgruppe aus dem Bistum Erfurt zum Katholikentag in Mannheim berichtet Teilnehmer Anton Warko

"Einen neuen Aufbruch wagen" - Dies tat auch eine Jugendgruppe aus dem Bistum Erfurt, indem sie in Richtung Katholikentag nach Mannheim aufbrach.

Trotz Abiturstresses und anderer Verpflichtungen trafen wir uns am 16. Mai: 25 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren vor allem aus Jena, Weimar, Mühlhausen, Friedrichroda und Eisenach. Das super Wetter, welches sich schon bei der Abfahrt in Eisenach abzeichnete, begleitete uns "Pilger" die ganze Zeit über und trug zu der guten Stimmung bei. Wir hatten uns zusammengefunden, um gemeinsam einige Tage unseren Glauben hinauszutragen, Spaß zu haben und die Gemeinschaft von 80.000 anderen Christen zu spüren. Julia Krüger  (18, Weimar) hatte vorher erwartet, eine gute Gemeinschaft zu fühlen, mit vielen Gläubigen Gottesdienst feiern zu können und insgesamt eine gute Stimmung zu erleben. Das  hat sich auch alles erfüllt, jedoch hätte sie sich die Hauptgottesdienste noch größer gewünscht, vor allem noch mehr jugendliche Besucher.

Bereits am ersten "Abend der Begegnung" erlebten wir einige Einblicke auf die nächsten Tage. Wir begegneten spontan Pastoralreferenten aus dem Europapark in Rust. In gemütlicher Runde erzählten sie uns von ihrer pastoralen Tätigkeit auf dem Freizeitparkgelände. Sehr  erstaunt waren sie, dass wir uns einfach so privat als Jugendgruppe gefunden hatten, um gemeinsam zum Katholikentag zu fahren.

Anton Warko (li.) im Café
des Standes "Ökumene in
der Mitte", an dem sich auch
das Bistum Erfurt beteiligte


Gute Stimmung in Mannheim  zu erleben, war auch die restlichen Tage nicht schwer. An jeder zweiten Ecke stand eine Bühne mit abwechslungsreichem Programm. Abends gab es haufenweise Konzerte. Insbesondere die Gruppe "Wise Guys" hatte es vielen in unserer Gruppe angetan. Davon hatten sie schon bei der Hinfahrt geschwärmt. Doch auch themenschwere Diskussionen und Informationsveranstaltungen bildeten eine gute Abwechslung zu den zahlreichen musikalischen Veranstaltungen. Mit viel Enthusiasmus erlernten wir in einem Workshop die Grundtechniken des brasilianischen Kampftanzes "Capoeira". Besonders berührt hat uns der Filmausschnitt von "Taste the Waste", der davon handelt, wie dekadent wir Menschen oftmals  mit Lebensmitteln umgehen. Auch die zentralen Gottesdienste  waren beeindruckende Erlebnisse für diejenigen aus unserer Gruppe, die das Gefühl einer so großen Glaubensgemeinschaft noch nicht kannten. Schwierig war eigentlich nur,  sich jeden Tag einen neuen Plan zu überlegen, um  möglichst viele der interessanten Angebote in Mannheim wahrnehmen zu können.

Am Freitag entschieden sich vier von uns, ehrenamtlich am Stand des Bistums Erfurt mitzuarbeiten, kleine Kinder zu betreuen und vorbeikommende Katholikentagsbesucher anzusprechen, um sie auf entsprechende Angebote aufmerksam zu machen. Dabei kam es auch zu einer kurzen Begegnung mit unserem Bischof.

Insgesamt  waren die Tage in Mannheim für viele unserer Gruppe ein neues, beeindruckendes Erlebnis, das viele Spuren hinterlassen hat und richtungsweisend war. "Die Gemeinschaft während der Tage in Mannheim hat mir Freude und Kraft gegeben sowie die Zuversicht, dass Gott die Welt noch nicht verlassen hat.", zeigte sich Josef Hille (19, Weimar) begeistert. Auch Gabriel Dörner (17, Mühlhausen) nehme vor allem das Gefühl der Verbundenheit im Glauben und in der Gemeinschaft mit nach Hause, aber auch "jede Menge Kulis", wie er mit einem Lächeln auf den Lippen hinzufügte.


Anton Warko (18) ist Mitglied der Pfarrjugend Eisenach und absolviert zur Zeit sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendseelsorge in Erfurt.