Erfurt/M?con (BiP). Die Schwestern des Erfurter Ursulinenklosters begeben sich auf historische Spurensuche nach Frankreich.Von dort kamen im Jahr 1667 fünf Ursulinen nach Erfurt, um im ehemaligen Kloster der Magdalenerinnen die zweite Niederlassung ihres Ordens in Deutschland zu gründen. Vier der heutigen Erfurter Ursulinen fahren am Mittwoch, 16. Februar den Weg zurück nach M?con, eine Stadt im Süden Burgunds, woher zwei der Gründungsschwestern stammten.
Mit dabei ist Schwester Ulrike Harnisch, mit 30 Jahren die jüngste Ursuline in Erfurt. Gemeinsam mit zwei jungen Frauen, die dem Kloster verbunden sind, bringt sie das klösterliche Erkundungsquartett nach Burgund. "Dort wollen wir uns vom Geist der Geschichte anwehen lassen", sagt Schwester Ulrike.
Viel mehr als Geschichte dürften die Ursulinen in M?con nicht finden, denn das Kloster wurde während der Säkularisierung aufgelöst und beherbergt heute das Stadtmuseum. "Aber der Museumsdirektor will uns die alten Klosterräume zeigen und von den Ursulinen erzählen", zeigt sich die 30-Jährige gespannt.
Zwischen dem Kloster in M?con und dem in Erfurt hätten lange Zeit gute Verbindungen bestanden, erzählt die Bibliothekarin des Klosters, Schwester Chlothilde. Sie zeigt einige uralte Bücher, die man einst von M?con nach Erfurt geschenkt hatte. "Eins nehme ich für den Museumsdirektor mit, natürlich nur zum Vorzeigen", schränkt die Schwester ein.
Denn in Erfurt sind die Spuren, die nach Frankreich weisen, rar. Vielleicht auch deshalb, weil fast alle Schwestern irgendwann nach der Gründung wieder nach Metz und M?con zurückgingen. Nur Sr. Agatha Marsault de Ss. Angelis blieb bis zu ihrem Tod 1677. An sie erinnert ein Grabstein in der Klosterkirche.
Den Anstoß, mehr über die Wurzeln der Erfurter Ursulinen zu erfahren, gab Bruder Wolfgang von der ökumenischen Mönchsgemeinschaft in Taiz?, nur 50 Kilometer von M?con entfernt. Der entdeckte bei einem Besuch der Erfurter Schwestern eine französisch abgefasste Tafel, auf der die Klosterdienste bekannt gegeben werden. Das Französisch der Diensttafel hinge mit der Gründung des Klosters zusammen, erfuhr Bruder Wolfgang zu seinem Erstaunen und lud die Erfurter Ursulinen spontan ein, von Taiz? aus den eigenen Wurzeln nachzuspüren.
"So schnell wird man zum Geschichtsforscher", lachen die Schwestern, voller Vorfreude auf die "Begegnung" mit den Ahnen.
Das Erfurter Ursulinenkloster im Internet