Triangelportal des Erfurter Domes wird eingerüstet

Dombauamt lässt Skulpturen des Jungfrauenportals im Langhaus des Domes aufstellen

Erfurt (BiP). Wenn bei den Domstufen-Festpielen der sprichwörtliche letzte Vorhang gefallen ist, beginnt am Dom der nächste Akt zur Sanierung des Triangelportals. Bekanntlich muss die ganze in ihrer Architektur einmalige Portalanlage der Hochgotik saniert werden, weil sich bereits große Steinfragmente gelöst haben und zu Boden gefallen sind. Die Schäden sind vor allem auf Umwelteinflüsse zurückzuführen, die seit Jahrhunderten auf das Portal einwirken.

Am Montag und Dienstag, 2. und 3. September, beginnt die Einrüstung der westlichen Portalseite, des sogenannten Jungfrauenportals. Dieser Arbeitsvorgang wird unterbrochen, um voraussichtlich ab Mittwoch, 4. September, alle Skulpturen dieser Seite abzunehmen. (Korrektur vom 03.09.2019: Das Portal wird vorraussichtlich in der kommenden Woche eingerüstet (KW 37, ein genaues Datum steht noch nicht fest). Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Abbau der Skulpturen auf der Westseite ab Montag, 16. September, geplant.) Dazu zählen die klugen und die törichten Jungfrauen, die Figuren der Fürbittegruppe (Deesis) sowie die Darstellungen von Ecclesia und Synagoge. Die Plastiken werden im Langhaus des Domes in einem abgesperrten Bereich bei der Hauptorgel zwischengelagert.

Dombaumeister Andreas Gold hofft, dass die Einrüstung bis zur Bistumswallfahrt am 15. September abgeschlossen ist. Immerhin ragt das Triangelportal 33 Meter in die Höhe. Der Wimperg, das mächtige dreieckige Maßwerk über den Doppeltüren des Jungfrauenportals wird abgebaut und in der Werkstatt der Erfurter Firma Schiecke saniert. „Sieht man von den Skulpturen und dem Wimperg ab, bewegen wir uns bei der Sanierung von oben nach unten“, erklärt Gold den Ablauf der Arbeiten. „Wir nehmen alles in Angriff, was der Witterung ausgesetzt ist. Zum Arbeitsplan gehört, die Brüstungselemente zu überarbeiten und die Wasserumläufe, die den Niederschlag vom Triangelportal ableiten, zu ertüchtigen“, sagt Gold. Und natürlich würden die Filialen, also die schlanken hohen Strebepfeiler mit ihren zahllosen Einzelteilen, den sogenannten Krabben, überprüft. „Jede lockere Krabbe muss befestigt und bei Beschädigung ergänzt oder ausgetauscht werden.“ Der Dombaumeister hofft, dass die Westfassade, wenn das Wetter mitspielt, Ende Mai oder Anfang Juni 2020 wiederhergestellt ist.

Dann sollen auch die Skulpturen der Westseite, die den Blickfang des Triangelportals ausmachen, saniert sein. Nach der Untersuchung von drei bereits im Juni abgenommenen Figuren des Portals haben sich das Dombauamt und die beteiligten Fachleute dafür entschieden, die Skulpturen in der Werkstatt von Restauratorin Andrea Neid in Elleben und nicht auf dem Domberg zu behandeln. „Die Restauratoren arbeiten mit chemisch behandelten Kompressen, um die Wetterkruste zu lösen und den Steingrund zu reinigen“, sagt Gold. Das sei die schonendste Methode. Eventuell müsse mechanisch mit Lasertechnik oder einem Strahlverfahren nachgearbeitet werden, meint der Dombaumeister. „Aber wir werden keine Radikal-Sanierung betreiben, denn an etlichen Stellen lässt sich die Wetterkruste kaum lösen.“ Würde sie dennoch entfernt, so der Dombaumeister, schadete das dem Stein und führte zu einer sichtbar fleckigen Oberfläche.

Bis zum Abschluss dieser Arbeiten sind die Außenfiguren im Inneren des Domes zu Gast und werden nach und nach in die Werkstatt nach Elleben gebracht. „Dort ist zu wenig Platz, um alle Skulpturen zu lagern“, begründet Gold das Zwischenlager im Dom-Langhaus, das bis zum Ende der Sanierung gewiss auf das Interesse der Dombesucher stoßen wird. Das vorläufige Zuhause der Skulpturen sei einsehbar, könne aber nicht betreten werden. „Natürlich sind die Figuren allein schon zu deren Schutz auf Podesten fixiert und gesichert. Da kann nichts passieren“, betont der Dombaumeister. Der Besuch des Domes und die Feier von Gottesdiensten seien nach wie vor möglich.