Sühneandacht in Buchenwald

Treffen von Thüringer Kolpingsfamilien auf dem Ettersberg am dritten Fastenwochenende

Foto: Benno Wand

Am dritten Fastenwochenende trafen sich Mitglieder von Thüringer Kolpings-familien wieder zu ihrer traditionellen Sühneandacht auf dem Ettersberg bei Weimar. Die „Kolpinger“ aus Weimar, Pößneck, Suhl, Rudolstadt und Erfurt sowie weitere Gemeindemitglieder zogen mit ihren weithin sichtbaren Bannern betend über das weite Gelände der heutigen Gedenkstätte und gedachten an verschiedenen Stationen der vielen Opfer nazistischer Gewalt sowie auch aller Notleidenden unserer Tage.

So beteten die Kolpingfreunde im Arrestbunker vor den Zellen des evangelischen Pfarrers Paul Schneider und des katholischen Prälaten Otto Neururer - ebenso im einstigen sowjetischen Speziallager sowie im Hof des früheren Krematoriums. Hier sprachen die Gläubigen gemeinsam das Friedensgebet des heiligen Franziskus "Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens...", nachdem sie an den vorhergehenden Kreuzwegstationen vor allem aus Zeitzeugnissen von Widerstandskämpfern gehört und dazu meditiert hatten.
 
Der traditionelle Bußgang der Thüringer Kolping-Gemeinschaft endete mit dem Gebet für alle Opfer ungerechter Gewalt.

Bereits seit 1958 organisieren die Thüringer Kolpingsfamilien Sühneandachten in der Kirchgemeinde Weimar bzw. im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, in dem während der Naziherrschaft mindestens zwei engagierte Kolpingmitglieder (Präses Richter und Geschäftsführer Theodor Babylon) den Märtyrertod starben.
                                                                                               
Michael Meinung


 Foto: Benno Wand