Sternsinger aus dem Bistum Erfurt bringen Segen ins Kanzleramt

Drei Jungen und ein Mädchen aus Beuren tragen den Segenswunsch beim Bundeskanzler vor

Berlin/Erfurt/Beuren (BiP). Vier Sternsinger aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius in Beuren vertreten das Bistum Erfurt beim traditionellen Empfang der Sternsinger bei Bundeskanzler Gerhard Schröder am 14. Dezember in Berlin. Und nicht nur das: Die Erfurter Vertreter Judith Hornemann (13), Markus Fromm (14), Thomas Fischer (13) und Christoph Osburg (13) sind auserwählt, im Bundeskanzleramt den Segenswunsch vorzutragen und die traditionellen Segenszeichen anzuschreiben: 20 C M B 05, was übersetzt bedeutet: Christus Mansionem Benedicat, Christus segne dieses Haus im Jahr 2005.


Die Mädchen und Jungen aus dem Eichsfeld hatten sich am diesjährigen Sternsinger-Wettbewerb der Aktion Dreikönigssingen beteiligt und beim Preisrätsel mit dem Spruch "Kinderrechte weltweit" die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ermittlung der diözesanen Vertreter hatten sie zudem das nötige Losglück. "Die Nachricht von der Fahrt nach Berlin war schon eine Riesenüberraschung. Aber dass unsere Sternsinger eine Hauptrolle übernehmen sollen, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet", freut sich Ursula Koch (55), die als erwachsene Begleiterin mitfährt. Grund, angesichts der besonderen Aufgabe nervös zu werden, sieht sie für ihre Gruppe nicht. "Alle vier sind erfahrene Sternsinger und schon seit vielen Jahren dabei. Die wissen, was sie tun." Dennoch: Ein wenig Nervosität sei schon aufgekommen, als die auswendig zu lernenden Texte und die Regieanweisungen aus Berlin gekommen seien, erzählt Frau Koch. "Es wird ja noch einmal am Vorabend vor Ort geübt", hat sie ihre Sternsinger beruhigt. Montagmittag geht es mit dem Zug nach Berlin. Weil die Deutsche Bahn die Fahrt sponsort, singen die Eichsfelder Sternsinger schon im ICE von Göttingen nach Berlin. "Das werden zwei aufregende Tage", freut sich Ursula Koch mit ihren Schützlingen.


Seit 1984 sind die "Heiligen Drei Könige" jährlich im Kanzleramt zu Gast, bei Bundeskanzler Schröder inzwischen zum siebten Mal. Jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen repräsentieren in Berlin die 500.000 Mädchen und Jungen, die sich rund um das Dreikönigsfest am 6. Januar 2005 an der bundesweiten Aktion Dreikönigssingen beteiligen werden. "Kinder haben eine Stimme - dek mii sitti riak rong" heißt das aus dem Beispielland Thailand stammende Leitwort. Neben den 108 Sternsingern aus den deutschen Bistümern sind in Berlin jeweils eine Gruppe aus Rumänien und aus Belgien mit von der Partie.


Träger des Dreikönigssingens sind das in Aachen ansässige Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der bundesweit vertretene Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bundesweit eröffnet wird die kommende Aktion am 3. Januar im Erzbistum Köln. 4.000 Sternsinger werden dazu im Kölner Dom erwartet.


Mit den Erlösen aus der Aktion konnten zuletzt jährlich rund 3.000 Projekte für Not leidende Kinder in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt werden. Mit einem Sammelergebnis von über 34 Millionen Euro stellten die Sternsinger bei der zurückliegenden Aktion zu Jahresbeginn einen neuen Rekord auf. Zum Gesamtergebnis trugen 132 Sternsinger-Gruppen aus dem Bistum Erfurt 259.356 Euro bei. Im neuen Jahr werden die Sternsinger wieder die Menschen in ihren Häusern aufsuchen, von der Geburt Jesu singen und einen Segenswunsch für das neue Jahr überbringen. Das dabei gesammelte Geld ist ein Zeichen der Solidarität für Kinder in Not.

Informationen über die Sternsinger-Aktion 2005