Station zwei: Die Decke, ein Himmel aus Holz über dem Kirchenraum

Acht Einblicke in die Familienkirche auf dem Kerbschen Berg

© Bistum Erfurt / Foto: Juliane Körber

Früher war die Akustik in der Familienkirche auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt eine echte Herausforderung. Als die Kirche für die Umbauarbeiten vollständig leergeräumt wurde, hallte jedes gesprochene Wort so stark nach, dass man sich kaum verstehen konnte. Heute hängt unter dem Gewölbe eine Konstruktion aus sogenannten Akustikbaffeln. Die schmalen Elemente dämpfen den Schall und geben dem Raum zugleich eine neue Struktur, ohne ihn optisch zu unterteilen. Was ursprünglich als technische Lösung für ein akustisches Problem gedacht war, ist inzwischen zu einem festen Gestaltungselement geworden.

Ergänzt wird das Konzept durch eine bewusst zurückhaltende Beleuchtung. Ringleuchten sorgen für Licht nach unten, während nahezu unsichtbare Leuchten auf den Kapitellen das Gewölbe sanft von unten anstrahlen. So bleibt die Architektur präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. „Das ist wirklich sehr reagierend, sehr schön“, beschreibt Cornelia Schimek, Baubeauftragte des Bistums Erfurt im Eichsfeld, die Wirkung. Die Idee, den Eindruck eines Himmels über dem Kirchenraum entstehen zu lassen, geht auf das Konzept des Künstlerehepaars Susanna und Bernhard Lutzenberger zurück, die die Neugestaltung der Kirche entworfen haben.

Wer die Kirche noch aus der Zeit vor dem Umbau kennt, bemerkt den Unterschied sofort. Früher klang die leere Kirche hart und hallend. Heute wirkt die Akustik deutlich ausgewogener. Gesprochene Worte bleiben klar verständlich und gleichzeitig wirkt der Raum weiterhin offen und weit. Mit der Umgestaltung ist ein Zusammenspiel aus Weite und angenehmer Klangwirkung entstanden, das den Charakter der Kirche bewahrt. Zusammen mit dem sanften Licht der Kapitelle entsteht ein Effekt, den man eigentlich erst erleben muss, um ihn zu verstehen, ein Raum, der bei Tag hell und offen wirkt und am Abend beinahe geborgen.

 

 

Acht Einblicke in die Familienkirche

Acht Stationen, acht Details. Bis zur Altarweihe am 30. August zeigen diese Einblicke, was in der ehemaligen Klosterkirche auf dem Kerbschen Berg gerade entsteht, und warum in jeder Ecke mehr Gedanke steckt, als man beim ersten Blick sieht. Über eine halbe Million Euro fließt in den Umbau, ein großer Teil davon kommt vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, und wer mit Cornelia Schimek durch die Baustelle geht, merkt schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.

 

Mehr Informationen 
zur Sanierung und Neuausrichtung der Klosterkirche Kerbscher Berg zur Familienkirche und Begegnungsraum gibt es unter 
www.bistum-erfurt.de/themen/kirche-am-kerbschen-berg/