Station eins: Die Terrasse, die drinnen und draußen verbindet

Acht Einblicke in die Familienkirche auf dem Kerbschen Berg

© Bistum Erfurt / Foto: Juliane Körber

Auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt im Eichsfeld verwandelt sich gerade die alte Klosterkirche der Franziskaner in eine Familienkirche. Eines der schönsten neuen Details wartet direkt vor der Tür, denn wo früher nur eine Wand stand, öffnet sich jetzt eine große Terrasse zum Klostergarten hin. Die drei Glastüren können vollständig geöffnet und zur Seite geschoben werden. Ohne festes Element dazwischen verschmelzen so Innen- und Außenbereich zu einer offenen Einheit. Wer dort steht und nach draußen blickt, sieht im Mai die blühenden Bäume direkt vor sich und der Wandel der Natur wird mitten hinein in den Kirchenraum geholt.

Die Treppen zur Terrasse werden begrünt statt mit Geländern versehen und gearbeitet wird mit Natursteinen. Daneben führt ein barrierefreier Zugang nach oben, das war Cornelia Schimek, der Baubeauftragten des Bistums Erfurt im Eichsfeld, besonders wichtig. "Wir sehen schon, was diese Terrasse bringt und was sie an Mehrwert für das ganze Projekt bedeutet", sagt sie. Ob Stehtisch, große Tafel oder Kindergruppe, der Platz soll sich der jeweiligen Nutzung anpassen, nicht umgekehrt.

 

 

Man kann sich das gut vorstellen, wie an einem warmen Sommerabend die Türen weit offen stehen, drinnen wird gesungen und draußen sitzen ein paar Kinder auf den Stufen und schauen den Schwalben zu. Genau diese Durchlässigkeit zwischen dem inneren und äußeren Raum macht den Reiz aus und dahinter steckt mehr als bloße Ästhetik. Schon die Franziskaner, die einst auf dem Berg lebten, verstanden die Natur nie als reine Kulisse vor der Kirche, sondern als Teil des Glaubens selbst. Sonne, Wind, Wasser, Stein, alles sind Zeichen für etwas Größeres. Genau dieser alte Gedanke schimmert auch heute hier durch, ob im hellen Holz, im rohen Stein der Treppen oder in den Bäumen, den man von der Terrasse aus sieht. Wer die Baustelle heute besucht, kann schon erahnen, wie viel Ruhe und gleichzeitig wie viel Leben an diesem Ort bald zusammenkommen werden. Es lohnt sich, im Spätsommer selbst einmal hinaufzugehen und diesen Blick durch die geöffneten Türen mitzunehmen.

 

Acht Einblicke in die Familienkirche

Acht Stationen, acht Details. Bis zur Altarweihe am 30. August zeigen diese Einblicke, was in der ehemaligen Klosterkirche auf dem Kerbschen Berg gerade entsteht, und warum in jeder Ecke mehr Gedanke steckt, als man beim ersten Blick sieht. Über eine halbe Million Euro fließt in den Umbau, ein großer Teil davon kommt vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, und wer mit Cornelia Schimek durch die Baustelle geht, merkt schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.

 

Mehr Informationen 
zur Sanierung und Neuausrichtung der Klosterkirche Kerbscher Berg zur Familienkirche und Begegnungsraum gibt es unter 
www.bistum-erfurt.de/themen/kirche-am-kerbschen-berg/