Station 8: Der Altar

Acht Einblicke in die Familienkirche auf dem Kerbschen Berg

Foto: Cornelia Schimek

Am kommenden Sonntag, den 30. August, um 14 Uhr wird die neue Familienkirche auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt feierlich eingeweiht, und im Zentrum dieser letzten Station der "Acht Einblicke in die Familienkirche" steht das, worum sich an diesem Tag alles dreht: der neue Altar. Er entstand aus einem massiven Holzstamm, daneben ein kleinerer, beweglicher Teil, der zusammen mit dem festen Block ein Unendlichkeitszeichen andeutet. Im festen Teil ist ein Reliquiengrab untergebracht, sichtbar hinter Glas, sobald der bewegliche Teil zur Seite geschoben wird. Holz bekommt beim Trocknen Risse, das war von Anfang an klar, und wie man am Ende genau damit umgegangen ist, ob sichtbar belassen oder ausgegossen, lässt sich am besten vor Ort erkennen, wenn man selbst davorsteht. Ein Vorbild dafür lieferte unter anderem ein Altar aus einem Holzstamm im Roncalli Haus in Magdeburg, dort mit einem Metallband gegen das Reißen gesichert.

Direkt daneben rückt der Tabernakel in die Mitte, nicht ganz, aber ein Stück weit transparent gestaltet und von hinten leicht beleuchtet, sodass sich etwas abzeichnet, ohne komplett sichtbar zu sein. Der Anstoß dafür kam von Kindern, die fragten, warum man nie sehen darf, was darin ist. "Warum kann man das nicht ein bisschen durchscheinend machen? Das macht neugierig", sagt Cornelia Schimek, Baubeauftragte des Bistums Erfurt im Eichsfeld, dazu. In der Kunstkommission sorgte die Idee zunächst für Diskussionen, am Ende hat unter anderem eine Kirche in Görlitz gezeigt, dass genau das funktionieren kann.

Dass ein Vorschlag von Kindern es bis in den fertigen Entwurf geschafft hat, sagt viel über den Anspruch dieser Kirche. Und dass Holz mit seinen Rissen und Unebenheiten so bleiben darf, wie es die Natur vorgibt, passt genau zu dem franziskanischen Gedanken, der sich durch das gesamte Projekt zieht, der alten Vorstellung, dass Natur nicht perfekt sein muss, um heilig zu wirken. Nichts hier wirkt glatt poliert oder von der Stange, jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte, so wie der Baumstamm, aus dem der Altar entstand, längst eine hatte, bevor er überhaupt in die Kirche kam.

Am Sonntag wird Bischof Ulrich Neymeyr in einem Gottesdienst genau diesen Altar weihen, und damit bekommt die Kirche das, was ihr bisher noch gefehlt hat: ihren Mittelpunkt. Was in den letzten Monaten an unzähligen Details entstanden ist, läuft an diesem Tag an einem einzigen Ort zusammen.

 

 

 

 

Acht Einblicke in die Familienkirche

Acht Stationen, acht Details. Bis zur Altarweihe am 30. August zeigen diese Einblicke, was in der ehemaligen Klosterkirche auf dem Kerbschen Berg gerade entsteht, und warum in jeder Ecke mehr Gedanke steckt, als man beim ersten Blick sieht. Über eine halbe Million Euro fließt in den Umbau, ein großer Teil davon kommt vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, und wer mit Cornelia Schimek durch die Baustelle geht, merkt schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.

 

Mehr Informationen 
zur Sanierung und Neuausrichtung der Klosterkirche Kerbscher Berg zur Familienkirche und Begegnungsraum gibt es unter 
www.bistum-erfurt.de/themen/kirche-am-kerbschen-berg/