Ein Kreuz gehört zu den wichtigsten Stücken, die eine Kirche überhaupt haben kann, und genau darum widmet sich diese siebte Station der "Acht Einblicke in die Familienkirche" ganz diesem einen Objekt. Es ist aus Bronze gegossen, geformt aus getrockneten Weinreben ohne Früchte, ein Bild für Werden und Vergehen, für das, was die Auferstehung eigentlich meint. Entworfen hat es Susanna Lutzenberger, gegossen ihr Mann Bernhard Lutzenberger, der ursprünglich aus dem Metallbereich kommt, gemeinsam haben sie das gesamte künstlerische Konzept der Familienkirche auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt entwickelt, die derzeit gebaut wird und am Sonntag, den 30. August, mit der Altarweihe eröffnet werden soll.
Das Besondere an diesem Kreuz: Es lässt sich bewegen. In kleine Hülsen an verschiedenen Stellen im Raum, am Chorraum, an der Seite, am Taufstein, wird es jeweils dort hineingesteckt, wo gerade etwas geschieht, ob Taufe, Gottesdienst oder eine andere Feier. So markiert es jedes Mal neu den Ort des Geschehens, statt für immer an einer Stelle zu hängen, weder jetzt noch später, das ist bewusst so gedacht.
Genau dieser Gedanke passt zur ganzen Kirche, die sich ja auch sonst nicht auf einen einzigen Zweck festlegen will. Mal ist ein Ort für Stille da, mal für Familien, mal für ein Fest, und das Kreuz zieht mit, immer dorthin, wo es gerade gebraucht wird. Wer bei einer Taufe oder einem Gottesdienst genau hinschaut, wird es erkennen, ein kleines Detail mit großer Bedeutung, das zeigt, wie viel Beweglichkeit selbst in den ältesten Symbolen einer Kirche stecken kann.

Foto: Lutzenberger
Acht Einblicke in die Familienkirche
Acht Stationen, acht Details. Bis zur Altarweihe am 30. August zeigen diese Einblicke, was in der ehemaligen Klosterkirche auf dem Kerbschen Berg gerade entsteht, und warum in jeder Ecke mehr Gedanke steckt, als man beim ersten Blick sieht. Über eine halbe Million Euro fließt in den Umbau, ein großer Teil davon kommt vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, und wer mit Cornelia Schimek durch die Baustelle geht, merkt schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.
Mehr Informationen
zur Sanierung und Neuausrichtung der Klosterkirche Kerbscher Berg zur Familienkirche und Begegnungsraum gibt es unter
www.bistum-erfurt.de/themen/kirche-am-kerbschen-berg/