Station 4: Die Lebenslinie

Acht Einblicke in die Familienkirche auf dem Kerbschen Berg

In der neuen Familienkirche auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt zieht sich an einer Seitenwand eine Reihe kleiner Magnete entlang, mal höher, mal tiefer, und nie gleichmäßig verteilt. Liest man sie der Reihe nach, ergeben sie ein Zitat: 

ich habe dich geschaffen mit all deinen stärken und schwächen *ich liebe dich* ich begleite
dich auf deinem weg und bin für dich da

Genau dieses Auf und Ab ist Absicht: "So ist das Leben, so ist unser Alltag", sagt Cornelia Schimek, Baubeauftragte des Bistums Erfurt im Eichsfeld, dazu. Es geht rauf, es geht runter, und die Linie soll die verschiedenen Bereiche der Kirche miteinander verbinden.
Die Magnete lassen sich austauschen. Im Advent kann darüber der Weg Mariens nach Weihnachten entstehen, im Herbst sammeln Kinder Blätter und hängen sie dort auf, in der Fastenzeit passt ein Kreuzweg mit kindgerechten Zeichnungen. So bleibt der Raum liturgisch nutzbar und gleichzeitig offen für wechselnde Ausstellungen, ganz im Sinn einer Kirche zum Entdecken, wie sie hier für Familien entstehen soll.
Das Schöne an diesem Detail ist, dass es nie fertig ist. Jede Jahreszeit, jedes Kirchenfest kann die Wand neu erzählen, und wer öfter vorbeikommt, wird beim zweiten oder dritten Besuch etwas anderes entdecken als beim ersten Mal. Für Kinder ist das ein Fest, für Erwachsene eher eine leise Erinnerung daran, dass sich der Glaube genauso wenig in einer geraden Linie bewegt wie das eigene Leben. Wer selbst mal die Hände an die Magnete legen und etwas verschieben darf, versteht diesen Gedanken meist schneller als mit jeder Erklärung.

 

Acht Einblicke in die Familienkirche

Acht Stationen, acht Details. Bis zur Altarweihe am 30. August zeigen diese Einblicke, was in der ehemaligen Klosterkirche auf dem Kerbschen Berg gerade entsteht, und warum in jeder Ecke mehr Gedanke steckt, als man beim ersten Blick sieht. Über eine halbe Million Euro fließt in den Umbau, ein großer Teil davon kommt vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, und wer mit Cornelia Schimek durch die Baustelle geht, merkt schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.

 

Mehr Informationen 
zur Sanierung und Neuausrichtung der Klosterkirche Kerbscher Berg zur Familienkirche und Begegnungsraum gibt es unter 
www.bistum-erfurt.de/themen/kirche-am-kerbschen-berg/