„Solidarität“, dieses Wort hat in den 80er Jahren Geschichte geschrieben. Mit seiner „Ethik der Solidarität“ hat der Priester und Philosoph Józef Tischner viel dazu beigetragen, wie sich die Bewegung Solidarność in Polen selbst verstanden hat. Sein Blick auf das menschliche Miteinander gründet sich auf die Lehre Jesu. Solidarität ist für ihn deshalb kein Kampfbegriff. Sie „braucht keinen Feind oder Gegner, um stark werden und sich entwickeln zu können. Sie wendet sich an alle und nicht gegen irgend jemanden.“ Die Würde des Menschen und die „Solidarität der Gewissen“ passen für Tischner nicht zu Schranken zwischen Menschen aus verschiedenen Milieus. Heute kann diese Idee Orientierung geben, wenn es darum geht, der Aufsplitterung der Gesellschaft in unzählige Interessengruppen etwas entgegenzusetzen.
Darum geht es beim nächsten Gesprächsabend der Reihe „Glaube trifft Philosophie“, zu dem die Reihe gemeinsam mit dem Augustinerkonvent St. Martin am Mittwoch, 23. September, um 19 Uhr in die Brunnenkirche (Fischersand 24 in Erfurt) einlädt. Die Reihe sucht bei existenziellen Lebensthemen nach Antworten, sowohl in der Philosophie als auch im christlichen Glauben, und möchte beides miteinander ins Gespräch bringen. Der Eintritt ist frei.