Sich Freuen können?

Gedanken zum 4. Fastensonntag Laetare

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Die Welt steht gerade Kopf. Es gibt ein Virus, dass das Leben, wie es bisher war, verändert.
Kann da von „Freude“ die Rede sein, wenn heute der vierte Fastensonntag, also „Laetare“ (= „Freue dich“) ist?

Jeden Tag gibt es neue Nachrichten und Maßnahmen in Zusammenhang mit dem sogenannten Corona-Virus (COVID-19). Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind massiv. Z.B. werden Geschäfte geschlossen, damit brechen in etlichen Firmen Aufträge weg und die Einnahmen bleiben aus. Die Existenz vieler Menschen ist bedroht.
Auch das soziale Leben soll auf ein Minimum beschränkt werden. Dazu wurden Schulen und Kindergärten geschlossen, Oma und Opa sollen nicht mehr besucht werden und allgemein sollen die Menschen zu Hause bleiben, nur noch für das Nötigste nach Draußen gehen. Das alles sind Herausforderungen, die es in sich haben. Das alltägliche Leben ist nun anders.

Es mag schwer sein, auf viele liebgewonnene Aktivitäten und Kontakte zu verzichten. Doch jede Person kann helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das Stichwort dazu lautet: Verzicht.
Ein Motto, das sich der ein oder andere in der Fastenzeit vornimmt. Die Vorsätze für diese 40 Tage reichen von „weniger Schokolade oder Fleisch essen“, über „mehr Sport treiben“ bis hin zu dem Vorhaben „Solidarischer mit den Mitmenschen zu sein“.

Der Sonntag „Laetare“ liegt in der Mitte der Fastenzeit und kündigt sozusagen dessen Halbzeit an. Wir sind nun näher an Ostern dran, als an Aschermittwoch. Das spiegelt sich auch in der Farbe des heutigen Tages wieder, nämlich Rosa. Denn in das Violett der Fastenzeit - Zeichen für Umkehr und Buße - zieht sich ein Hauch vom österlichen Weiß.
Ein Vorbote und Freudenzeichen für das, was an Ostern passiert.

Zwar ist in der Corona-Krise noch keine Entwarnung gegeben, aber auch in dieser schweren Zeit gibt es Hoffnungsschimmer in vielen solidarischen Aktionen der Mitmenschen und somit Gründe sich zu freuen.

 

Text: Sarah Lamprecht