Seit 1667 leben Ursulinen am Erfurter Anger, also mitten in der Stadt, dort wo heute die Straßenbahnen vorbeirumpeln und Menschen mit ihren Einkaufstüten unterwegs sind. Einmal im Jahr erinnern die Schwestern mit einem Fest an die Gründung ihres Hauses, und diesmal kamen Freunde, Förderer und Gäste am 16. September zusammen, um mit ihnen zu feiern.
Das Motto des Abends geht auf Angela Merici zurück, die den Orden im 16. Jahrhundert in Italien gegründet hat: offen, wohlwollend, sorgsam. Drei Worte, die ziemlich schlicht klingen und trotzdem erstaunlich viel hergeben, wenn man sie ernst nimmt. Offen zu sein heißt für die Schwestern, sich den Veränderungen der Zeit mutig zu stellen, statt ihnen auszuweichen. Wohlwollen bedeutet, einander zu stärken, im Glauben genauso wie im ganz normalen Miteinander. Und sorgsam wollen sie mit dem umgehen, was ihnen anvertraut ist, mit diesem besonderen Ort und seiner mehr als 350 Jahre langen Geschichte.
Los ging es mit einem gemeinsamen Abendgebet, danach las Schwester Gertrudis aus der historischen Gründungsurkunde vor. Als Gast war Schwester Judith Reis angereist, eine Ursuline aus Straubing, die in ihrem Vortrag der Frage nachging, was die Schwestern im Innersten verbindet und wie sich das, wofür Angela Merici stand, heute leben lässt. Für die Musik sorgten Sofia Hofmann, Bernadette Binkert und Hannah Rießland mit ihrem Gesang, Matthias Böhm saß an der Orgel.
Die vielleicht wichtigste Nachricht des Abends kam zum Schluss: Die Schwestern wollen eine „Stiftung Ursulinenkloster Erfurt“ gründen, damit das Kloster als Ort des Glaubens und der Nächstenliebe auch in Zukunft gesichert ist. Wer dabei helfen möchte, ob mit einer Spende oder mit Zeit und Engagement im Ehrenamt, kann sich direkt beim Ursulinenkloster melden.
Mehr Informationen gibt es unter ursulinenkloster-erfurt.de.