Am Abend des 24. Februar 2022 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener und unseren Mitbruder Herrn Pfarrer in Ruhe Günter Päßler zu sich in sein himmlisches Reich.
Pfarrer Günter Päßler stand im 87. Lebensjahr und im 59. Jahr seines priesterlichen Dienstes.
Günter Päßler wurde am 7. Juli 1935 in Greiffenberg/Schlesien geboren. Pflegeeltern nahmen ihn kurz nach der Geburt an Kindesstatt an. Der Pflegevater verunglückte jedoch 1939 tödlich, die Pflegemutter starb bereits 1950 und er erhielt einen Vormund. So hatte Günter Päßler eine schwere Kindheit, zumal er während der Grundschulzeit mit seiner Pflegemutter aus Schlesien vertrieben wurde und als sogenannter Umsiedler ab 1947 in Mühlhausen/Thüringen ein neues Zuhause fand. Den Kontakt zu seiner leiblichen Mutter, die 1981 verstarb, konnte er aufrechterhalten. Nach dem Abschluss der Schulzeit in Mühlhausen begann er 1950 eine Lehre als Brauer und Mälzer, die er 1953 mit der Facharbeiterprüfung abschloss.
Um seinen dann stärker werdenden Wunsch, Priester zu werden, verwirklichen zu können, absolvierte er ab 1954 im Norbertinum in Magdeburg den Abiturkurs, den er 1958 erfolgreich abschloss.
Günter Päßler wurde von Weihbischof Dr. Josef Freusberg als Priesterkandidat angenommen und konnte das Theologiestudium beginnen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums in Erfurt und dem sich ab 1962 anschließenden Pastoralkurs in Neuzelle wurde er am 21. Dezember 1963 von Weihbischof Dr. Joseph Freusberg im Erfurter Mariendom zum Priester geweiht.
Seinen priesterlichen Dienst begann Günter Päßler 1964 in der Diaspora als Kaplan in Bad Langensalza und Gotha (1966). 1968 wurde er von Weihbischof Hugo Aufderbeck zum Pfarrkuraten der Pfarrei Nordhausen mit Sitz in Heringen/Helme ernannt. 1971 übernahm Günter Päßler als Pfarrer die im Ernennungsdekret so genannte „Missionspfarrei“ Ellrich, nachdem er die damals notwendige Zuzugsgenehmigung für das Sperrgebiet erhalten hatte. Ab 1978 war er zusätzlich Pastoralreferent im Dekanat Nordhausen.
Nach langjähriger mühevoller Diasporaseelsorge wechselte er in das katholisch geprägte Eichsfeld, als ihm 1982 durch Bischof Dr. Joachim Wanke die Pfarrei St. Simon und Judas in Neustadt/Eichsfeld verliehen wurde. Nach dreizehnjähriger Tätigkeit dort übernahm er 1995 die Pfarrkuratie St. Johannes der Täufer in Ferna und versah den Pfarrdienst zehn Jahre lang bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2005.
Nach weiteren zwölf Jahren, in denen er in Ferna nach Kräften priesterlich tätig war, wechselte er zwecks besserer Betreuung in das „Hospital zum Heiligen Geist“ in Heiligenstadt, wo er bis zu seinem Tod im Kreis der dort lebenden Mitbrüder seinen Ruhestand verlebte.
An allen Stätten seines Wirkens hat er mit großem Eifer und in priesterlicher Treue seinen Dienst versehen. Am Abend des 24. Februar 2022 legte Pfarrer Günter Päßler sein Leben in Gottes Hände zurück.
Für sein verdienstvolles priesterliches Wirken möge er reichen Lohn erhalten.
Requiescat in pace!
In Dankbarkeit gedenken wir auch der treuen Mithilfe von Frau Hedwig Koch und Frau Petra Sondermann, die viele Jahre als Haushälterinnen ihn entlastet und die seelsorgliche Arbeit von Pfarrer Päßler unterstützt haben.
Erfurt, 28.02.2022
Für das Bistum Erfurt
Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone
Das Requiem für Pfarrer Günter Päßler wird am Freitag, 4. März 2022, um 10 Uhr in der Kirche St. Johannes der Täufer in 37339 Ferna, Dorfstraße 29 gefeiert. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof in Ferna.
Anmeldungen zur Teilnahme am Requiem sind notwendig und werden durch das Pfarramt in Teistungen angenommen (Tel.: 036071 - 80116).