Schulfach Religion interessiert

Erfurter Diözesan-Administrator erteilt 17 Religionslehrerinnen und Religionslehrern ihre kirchliche Lehrbeauftragung, die Missio canonica

Erfurt (BiP). 15 Frauen und zwei Männer erhalten am Samstag, 5. April ihre kirchliche Lehrbeauftragung, die sogenannte Missio canonica, für den katholischen Religionsunterricht im Bistum Erfurt. Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke überreicht die von ihm unterschriebenen Urkunden im Erfurter Mariendom in einem Festgottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt. Bisher haben die Lehrerinnen und Lehrer mit einer vorläufigen Unterrichtserlaubnis das Fach Religion unterrichtet.

Aktuell arbeiten 138 katholische Religionslehrerinnen und Religionslehrer sowie 52 kirchliche Mitarbeiter als "Gestellungskräfte" an staatlichen Schulen in Thüringen. Rund 10.460 Schülerinnen und Schüler nehmen am katholischen Religionsunterricht in allen Schularten, von der Grundschule bis zur Berufsbildenden Schule, daran teil. Dr. Martin Fahnroth, der Leiter der Schulabteilung des Bistums Erfurt, zeigt sich über die Entwicklungen der letzten Jahre erfreut. "Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und den staatlichen Schulämtern konnten in den vergangenen Jahren kontinuierlich neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt und damit der Religionsunterricht an vielen Schulen gesichert werden. Durch das bevorstehende Ausscheiden älterer Lehrkräfte in den nächsten Jahren besteht der Einstellungsbedarf in diesem Fach jedoch weiter fort", sagt Fahnroth. Wo ein Religionslehrer festes Mitglied in einem Schulkollegium ist, würden sich auch stabile Schülergruppen für den Religionsunterricht bilden. "Das Fach Religion interessiert die Schüler. Es müssen nur die organisatorischen Voraussetzungen stimmen", unterstreicht der Leiter der Schulabteilung.

Der Religionsunterricht ist im Artikel 7 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und auch in der Thüringer Landesverfassung (Art. 25) als ordentliches Lehrfach verankert. Träger dieser religiösen Unterweisung ist der Staat, wobei der Unterricht "in Ü;bereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften" erfolgen muss, wie es im Grundgesetz heißt. Staat und Kirche kooperieren hier also, weshalb nicht nur das Kultusministerium, sondern auch der Bischof bei der Bestellung der Lehrkräfte gefragt ist.

1.4.2014