Schönstatt-Pater

Hans-Martin Samietz aus Gotha wird in Vallendar zum Priester geweiht


Hans-Martin Samietz aus Gotha wird in Vallendar zum Priester geweiht

Vallendar/Gotha (BiP). Diakon Hans-Martin Samietz (33) aus Gotha empfängt am kommenden Samstag, 17. Mai das Sakrament der Priesterweihe. Samietz gehört der Schönstattbewegung an, darum weiht ihn Bischof Joachim Wanke in der Anbetungskirche auf dem Berg Schönstatt in Vallendar am Rhein. Hier liegt der Gründer der Bewegung, Pater Josef Kentenich (1885-1968), begraben. Die Weiheliturgie beginnt um 14 Uhr. Seine Primiz, die erste Heilige Messe in der Heimatgemeinde, feiert der Neupriester im Rahmen des Gemeindefestes am Sonntag, 25. Mai um 11.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Gotha. In der Dankandacht um 16 Uhr spendet er den Primizsegen.


Hans-Martin Samietz, der 1974 in Jena zur Welt kam, leistete nach dem Abitur seinen Zivildienst bei den Schönstatt-Patres im Jugendhaus der Schönstatt-Mannesjugend in Thalwenden ab. Die Arbeit der Schönstatt-Patres im Eichsfeld hatte er schon als Jugendlicher schätzen und lieben gelernt. Dennoch entschied er sich zunächst, Priester für das Bistum Erfurt zu werden, und begann im Herbst 1995 in Erfurt Theologie zu studieren. Da er erst nach seinem 30 Geburtstag Diakon bei den Schönstadt-Patres werden konnte, studierte er nach der Theologie noch Sozialarbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern. 2007 weihte ihn der Erfurter Bischof zum Diakon. Nach seiner Priesterweihe wird Samietz zwei Jahre in der Pfarrseelsorge des Bistums Erfurt arbeiten, ehe er ganz für das Institut der Schönstattpriester tätig wird.



Stichwort "Priesterweihe"

Nach römisch-katholischem Kirchenrecht kann nur ein getaufter und gefirmter Mann zum Priester geweiht werden. Er muss unverheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Das Zölibatsversprechen legt der Kandidat bereits vor der Weihe ab.

Zwischen dem Eintritt in das Theologiestudium und dem Zeitpunkt der Priesterweihe liegen rund sieben Jahre. In dieser Zeit absolviert der Bewerber ein fünfjähriges Studium der Philosophie und Theologie sowie Praktika in Gemeinden und sozialen Einrichtungen. Die Priesteramtskandidaten der ostdeutschen Diözesen studieren in der Regel in Erfurt und leben im dortigen Priesterseminar, wo sie auch eine geistliche Prägung erhalten. Darüber hinaus ist es üblich, dass die Studenten zwei Semester außerhalb des Kollegs leben. Meist wechseln sie dabei die Stadt und die Universität.

Nach dem Studium geht der Priesterweihe die Weihe zum Diakon voraus, ein eigenständiges Dienstamt, das es schon im Urchristentum gab. Im Laufe der westlichen Kirchengeschichte entwickelte es sich zur Vorstufe des Priestertums. Die Aufgaben des Diakon liegen im gottesdienstlichen und caritativen Bereich. Seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) ist die Eigenständigkeit des Diakonates wieder hergestellt. So können sich heute auch (verheiratete) Männer zum Diakon weihen lassen, ohne Priester werden zu wollen.

Die Priesterweihe erfolgt durch die Handauflegung und das Weihegebet des Bischofs. In seinem Gebet ruft der Bischof die Kraft Gottes auf den Weihekandidaten herab. Nach dem Bischof legen auch die anwesenden Priester des Bistums dem Kandidaten die Hände auf - als Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Der Handauflegung und dem Gebet geht eine Befragung voraus, bei der der Weihekandidat seine der Bereitschaft zum Dienst öffentlich erklärt und dem Bischof und seinen Nachfolgern den Gehorsam verspricht. Da die Priesterweihe nach katholischen Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden.



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