"Schön,dass die Welt auf Erfurt schaut"

Viele

Passanten freuen sich auf den Besuch von Benedikt XVI. - Keine hohe

Erwartungen an die Worte des Papstes

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Erfurt.

Einen Tag vor der Ankunft von Papst Benedikt XVI. in Erfurt, steigt

bei vielen Bewohnern der Stadt

die Vorfreude. Während auf dem Domplatz am Donnerstagmorgen, 22.

September, die Papstmesse für Samstag geprobt wird, natürlich noch

ohne Papst, bleiben viele Spaziergänger an den Absperrungen stehen

und gucken neugierig.


Auch Rainer Schmidt aus Erfurt ist gekommen, um

sich selbst einen Blick zu verschaffen. Zwar sei er konfessionslos,

trotzdem finde er es klasse, dass der Papst kommt. "Ich verstehe

die Leute nicht, die gegen diesen Besuch sind. Wer weiß, wann das

Kirchenoberhaupt das nächste Mal nach Deutschland kommt", sagt

Schmidt. Für den 71-Jährigen sind die vielen Absperrungen in der

Erfurter Innenstadt auch kein Problem: "Das gehört eben bei so

hohem Besuch dazu."


 

 

Anja

Mathes lebt ebenfalls in Erfurt. Sie sieht den Besuch von Benedikt

XVI. als gute Werbung für Erfurt und Thüringen. "Alle Welt wird

in den nächsten Tagen auf uns schauen. Das ist gut für den

Tourismus", sagt die 33-Jährige. Weitere Erwartungen an den Papst

hat sie aber nicht. "Ich bin nicht gläubig, daher ist es mir auch

egal, was der Papst sagen wird." Im Fernsehen werde sie sich den

Gottesdienst vom Erfurter Domplatz aber anschauen. "Da bin ich

einfach zu neugierig", gibt sie zu.


 

Ähnlich

sieht es auch Gudrun Krzossa. Die 73-jährige Erfurterin hält den

Papstbesuch für eine "gute Sache für die Stadt". Auch sie ist

nicht gläubig, wünscht sich aber, dass der Papst etwas zur Ökumene

sagt. "Ich würde mich freuen, wenn Ökumene bald gelebt wird."

Zuversichtlich sei sie aber nicht, dass ihre Hoffnung Wirklichkeit

werden könnte.


 

Doch es

gibt auch kritische Stimmen. Bernhard Herrmann kann den hohen

Sicherheitsaufwand und die einhergehenden Behinderungen für die

Bürger nicht verstehen. "Das ist alles viel zu teuer, gerade hier

in der Erfurter Region ist das überflüssig, denn viele sind hier

konfessionslos", sagt der 68-Jährige. "Im Fernsehen gucke ich

mir die Messe vom Domplatz dennoch an, auch wenn die Ansichten des

Papstes nicht mehr in die heutige Zeit passen."

 

Ganz

anderer Meinung ist Ellen Senebald. "Ich finde es gut, dass der

Papst ausgerechnet nach Ostdeutschland kommt. Als Erfurterin macht es

mich auch stolz, dass so viel Aufmerksamkeit jetzt auf die Stadt

gelenkt wird." Erwartungen an die Reden des Papstes hat die

72-Jährige aber nicht. "Es wird sich durch seine Worte nichts

ändern." Die vielen Absperrungen und die Kosten des Besuches

stören sie nicht. Das gehöre eben zu einem solchen hohen Besuch

dazu.

 

Sebastian

Auer (sea)