„Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld, denn Sie bestehen seit Ewigkeit. Lass unsere Feinde nicht triumphieren! Befreie uns, Gott, Israel aus all unseren Nöten“ (Ps 26,6.2.22)
Wir Menschen suchen immer wieder den Weg mit und zu Gott. Gott soll die Mitte unseres Leben sein. Uns wird aber auch immer wieder bewusst, dass wir Sünder sind und versuchen unsere Fehler vor Gott, anderen Menschen und auch uns selbst zu verstecken. Doch Gott weiß um unsere Schuld, und wir Menschen bitten ihn um sein Erbarmen und Vergebung dieser Schuld. Und Gott – in seiner Güte und Barmherzigkeit – ist stets mit uns.
Als Menschen brauchen wir für uns Orte der Erbauung. Orte, die uns ermutigen. Orte, an denen wir Kraft tanken und an denen wir Gott begegnen.
„Während [Jesus] betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; Sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus [sagte] zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte.
Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ (Lk 9, 29–31.33–35)
Mose und Elija zeigen, dass Jesus der ist, der erwartet wurde. Er ist der verheißene Messias (des Alten Testaments).
Petrus will diese Freude darüber festhalten. Er will drei Hütten bauen, damit der Moment des innigen Glücks nicht verschwindet. Aber das Glück lässt sich nicht einfach einfangen in einem Haus.
Wir erinnern uns gerne an schöne Momente und versuchen oft diese mit einer Kamera festzuhalten. Doch das Gefühl des Glücks bleibt in unserer Erinnerung erhalten. Durch ein Foto können wir das Erlebte keinem anderen erklären und weitergeben.
Die Freude und das Glück der Jünger wird verdunkelt. Man könnte sprichwörtlich sagen, es ist wie eine Berg- und Talfahrt.
Nach der innigen Begegnung mit Gott geht es zurück in die Alltagsmomente. Noch sind wir geprägt vom Glück und voller Euphorie, doch diese verblasst mit der Zeit im Trubel des Alltags.
In der Dunkelheit, die Petrus erfährt, gibt es dennoch die hoffnungsvolle Stimme Gottes: Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Gott trägt uns auf zu Hören. Im Hören nehmen wir wahr, wir kommen zu einer inneren Stille und verarbeiten das Gesehene und Gehörte. Petrus und die anderen Jünger hören und sie schweigen über das Erlebte. Sie sind erfüllt und öffnen ihr Herz.
Wenn wir unser Herz öffnen, begegnen wir Gott.
Gott ist immer da. Er gibt uns die Ermutigung, dass er in dunklen Stunden und in seinem Sohn immer bei uns ist.
Sarah Kotitschke