Reform in zwei Schritten

Im Januar 2008 erfolgt der zweite und letzte Schritt der Strukturreform im Bistum Erfurt

Im Januar 2008 erfolgt der zweite und letzte Schritt der Strukturreform im Bistum Erfurt...

Erfurt (BiP). Manches kann nur bleiben, wenn es sich verändert. Für Bischof Wanke begründet dieser Satz, warum im Bistum Erfurt eine Strukturreform durchgeführt wird. Der erste Schritt erfolgte im Januar 2005, als sich die Zahl der Pfarreien von 120 auf 95 und die der Dekanate von 14 auf sieben verringerten. Wie geplant, erfolgt im Januar 2008 der zweite und letzte Schritt der Reform. Statt 95 wird es dann 72 Pfarreien im Bistum geben.


Von den davon betroffenen Gemeinden erhalten die Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte und Hauptamtlichen in der Pastoral dieser Tage Post vom Bischof, eine Kanzelverkündigung ist für den 4. Februar vorgesehen. Ü;berraschungen sind dabei keine zu erwarten, denn die Einzelheiten der zweiten Reformstufe waren schon bekannt, noch ehe die erste 2005 in Kraft getreten ist.


Bischof Wanke und die Verantwortlichen im Seelsorgeamt und Ordinariat haben es von Anfang an so gehalten: Wer reformieren will, muss informieren und das Gespräch suchen. Die Planung der neuen Struktur wurde auf einer gemeinsamen Konferenz der Dechanten und ihrer Vertreter im Herbst 2003 ausführlich besprochen. Der Priesterrat stimmte am 6.11.2003 den vorgesehenen Umwandlungen von Pfarrgemeinden in Filialgemeinden bzw. der Neuzuordnung von Gemeinden zu. Im Frühjahr 2004 wurde die gesamte Planung noch einmal von der jeweiligen Dekanatskonferenz im Detail beraten und nach eingehender Diskussion als sinnvoll und machbar bestätigt.


Als Seelsorger weiß der Bischof nur zu gut, dass auch eine sorgfältig und behutsam angebahnte Strukturreform Veränderungen mit sich bringt, an die sich mancher Gläubige erst gewöhnen muss. Dankbar verweist Bischof Wanke darum in seinem Brief auf die Auswirkungen der Reform, bevor er eine der Notwendigkeiten dazu unterstreicht: "Erfreulich ist, dass in vielen Pfarreien und neuen Filialgemeinden die Einsatzbereitschaft der Gläubigen für das Gemeindeleben gewachsen ist. Unbestreitbar aber ist die Tatsache, dass in Zukunft weniger Priester für die notwendigen sakramentalen Dienste in den Gemeinden zur Verfügung stehen."


Den Realitäten muss man im Bistum Rechnung tragen. Seit 1990 habe sich vieles geändert, argumentiert der Bischof und nennt Fakten: "Die Zahl der Katholiken hat abgenommen, von damals ca. 215.000 auf heute etwa 165.000. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher von 71.200 auf ca. 40.000 zurückgegangen. Für die Gemeindeseelsorge standen uns 1990 etwa 150 Priester unterhalb des 68. Lebensjahres zur Verfügung, derzeit sind es etwa 110, im Jahr 2012 dürften es zwischen 80 und 85 sein. Das macht Veränderungen zwingend notwendig."


Der Bischof verschweigt nicht die Herausforderungen, die auf die Gemeinden zukommen: "Die angezeigten Veränderungen werden auf Dauer zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden führen müssen und noch mehr Bereitschaft für ehrenamtliche Mitarbeit erforderlich machen", heißt es da. Die Erfurter Ortskirche müsse ihr Kleid den veränderten Gegebenheiten anpassen, um bestehen zu können.


Doch der Brief des Bischofs atmet auch Zuversicht und ermutigt, den letzten Schritt beherzt anzugehen. Wie gesagt: Manches kann nur bleiben, wenn es sich verändert.

Strukturreform: Welche Veränderungen im Januar 2008 anstehen