Raus aus dem Luxus und neue Kulturen erleben

Freiwillige aus dem Bistum Erfurt startet in ihren Freiwilligendienst.

© Dominic Winkel / Kindermissionswerk

Hannah von Schmettau (18) wird das nächste Jahr in Uganda verbringen. Sie ist eine von 16 jungen Erwachsenen, die am Freiwilligenprogramm des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘ und von missio, dem Internationalen Katholischen Missionswerk in Aachen, teilnehmen.

Aachen. Mit einer Aussendungsfeier in der Kapelle des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’ in Aachen sind am Freitag, 19.07.2019, 16 junge Frauen und Männer in ihren Freiwilligendienst (FWD) verabschiedet worden. Anfang August brechen die Freiwilligen für ein Jahr nach Benin, Ecuador, Kambodscha, Malawi, Mexiko, Peru, auf die Philippinen, Südafrika und Uganda auf. Sie kommen aus den (Erz-) Bistümern Aachen, Bamberg, Erfurt, Freiburg, Hildesheim, Köln, Münster und Trier und nehmen am gemeinsamen Freiwilligendienst vom Kindermissionswerk und von missio, dem Internationalen Katholischen Missionswerk in Aachen, teil.

Projektpartner vor Ort unterstützen

Ein Jahr lang werden die jungen Frauen und Männer die tägliche Arbeit der Projektpartner vor Ort unterstützen. Dabei übernehmen sie pädagogische, pflegerische sowie hauswirtschaftliche Aufgaben und helfen in der Betreuung von Kindern. Zur Vorbereitung auf ihren Freiwilligendienst haben sie Sprachkurse und Seminare besucht. Ziel des Freiwilligendienstes ist es, durch die Mitarbeit in den Projekten voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Freiwilligen werden mit einer für sie neuen Kultur und Lebensweise konfrontiert und erfahren, wie Menschen anderer Länder ihr Leben meistern und ihren Glauben leben.

„Ich freue mich einfach, aus unserem Luxus herauszukommen und eine andere Lebensrealität kennenzulernen“, sagt Malaika Kerime aus Hückelhoven (Bistum Aachen), die sich zu ihrem FWD nach Peru aufmacht. „Ich will mit den Menschen dort reden und ein Stück von meinem Luxus zurückgeben und mir bewusst darüber werden, wie gut es uns hier geht. Ich denke, wenn ich zurückkomme, kann ich all das, was jetzt selbstverständlich für mich ist, wieder mehr wertschätzen“, so die 18-Jährige. Und auch Hannah von Schmettau (18) aus Erfurt (Bistum Erfurt) blickt voller Vorfreude auf ihre Zeit in Uganda: „Ich freue mich auf die Menschen und die vielen Erfahrungen, die auf mich warten. Ich hoffe, ich kann alles umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin sicher, es wird ein tolles Jahr.“

Bewerbung für nächstes Jahr ab sofort möglich

Die Bewerbungsphase für den nächsten Freiwilligendienst hat bereits begonnen, Bewerbungsschluss ist der 13. Oktober 2019. Interessierte können sich online für ein Freiwilliges Jahr in Afrika, Asien oder Lateinamerika bewerben. Informationen zum Freiwilligenprogramm vom Kindermissionswerk und missio und den einzelnen Projekten sind leicht und übersichtlich abrufbar. Alle weiteren Informationen und die Kontaktdaten der Ansprechpartner gibt es unter: www.mein-eine-welt-jahr.de.

Pressemitteilung von Das Kindermissionswerk Die Sternsinger e.V. vom 19. Juli 2019


Fragen an Hannah von Schmettau aus Erfurt (Bistum Erfurt)

1.    Stell dich bitte einmal kurz vor.
Ich bin Hannah von Schmettau, ich komme aus Erfurt, und ich gehe ab August für ein Jahr nach Uganda.

2. Was treibt dich an, warum machst du ein freiwilliges soziales Jahr?

Also, meine Geschwister haben auch schon ein FSJ gemacht, daher kommt also die Idee.
Ich denke auch immer, dass es uns in Deutschland so gut geht, und da möchte ich gerne etwas von zurückgeben. Ich arbeite auch total gerne mit Kindern, ich babysitte auch schon ganz lange. Ich glaube einfach, dass es ganz toll ist, ein Jahr lang eine andere Kultur kennenzulernen und woanders zu leben, ich hoffe auch, dass ich dann auch selbstständiger werde.

3. Was erwartest du von dir?
Ich kann überhaupt nicht gut kochen, und da hoffe ich, dass ich etwas besser werde. Ich bin auch ein bisschen faul, grade was Hausarbeit und so was angeht. In dem Jahr muss ich das alles dann einfach machen, und deswegen hoffe ich, dass ich da in der Hinsicht selbstständiger werde.

4. Was erwartest du von den Menschen, die du am Einsatzort treffen wirst?
Ich hoffe, dass die Leute offen auf mich zugehen werden. Also, ich bin auch ein offener Mensch, aber ich glaube auch, dass es grade am Anfang auch schwierig werden kann. Es ist einfach eine neue Kultur und neue Menschen, aber ich habe nur Gutes von Afrika gehört, und ich denke, die Menschen sind einfach total gastfreundlich, und ich denke, dass die mich auf jeden Fall gut aufnehmen werden. Wenn es mal schwieriger wird, muss ich eben durchhalten.

5. Hast du Angst oder Befürchtungen? Auf was freust du dich am meisten?
Ich habe auf jeden Fall auch Angst. Ich war nämlich noch nie so lange von meiner Familie getrennt, und ich liebe meine Familie auch total. Ein Jahr ist ja schon `ne lange Zeit. Wenn man jetzt auf sein ganzes Leben zurückblickt, dann ist ein Jahr natürlich nicht so viel. Für mich persönlich als 18-Jährige ist ein Jahr aber schon echt lang. Ich habe schon Angst, dass ich auch Heimweh bekommen werde. Ich freue mich auf die neuen Menschen und die ganzen Erfahrungen, die auf mich warten. Ich hoffe einfach, ich kann alles umsetzten, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin mir sicher, es wird ein tolles Jahr.

6. In was für einer Einrichtung wirst du arbeiten. Was wird deine Aufgabe dort sein?
Ich arbeite in zwei verschiedenen Einrichtungen. Einmal in Hosfa und einmal in Cosna.
Hosfa ist ein Krankenhaus, da weiß ich noch nicht ganz genau, was meine Aufgaben sein werden. Ich glaube, die verteilen auch Medikamente an Dörfer, und ich glaube, da kann ich dann mitfahren oder in der Buchhaltung mithelfen.
Mir wurde aber auch gesagt, dass ich entscheiden kann, wo ich schwerpunktmäßig mitarbeiten möchte, und mich interessiert die Grundschule Cosna noch mehr, weil ich da mehr mit kleinen Kindern zusammenarbeiten werde. Das interessiert mich dann schon noch mehr, weil ich auch schon überlegt habe, Lehrerin zu werden. In der Grundschule kann ich das natürlich sehr gut ausprobieren. Ich kann dann da auch im Deutsch- und Englischunterricht helfen oder Computerkurse mitmachen und einfach bei der Nachmittagsbetreuung helfen. Ich spiele einfach super gerne mit kleinen Kindern, deshalb wird es sicher gut werden.

7.  Welchen Gegenstand hast du dabei, und warum ist er dir wichtig?

Das ist ein T-Shirt vom Weltjugendtag, und das war eins meiner tollsten Erlebnisse bis jetzt. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und auch neue Kulturen. Das war eben auch ein Grund, warum ich das Auslandsjahr machen möchte, ich will einfach noch viel mehr von der Welt sehen. Es war einfach eine tolle Zeit auf dem Weltjugendtag, und so ein T-Shirt kann man ja auch gut mitnehmen und anziehen, und deswegen nehme ich das mit.

© Urte Podszuweit / Kindermissionswerk