"Ohne den Papst wäre Renovabis vielleicht nie gegründet worden"

Osteuropa-Hilfswerk würdigt Johannes Paul II. auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Erfurt

Freising/Erfurt (BiP). Mit dem Tod von Papst Johannes Paul II. verliert das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis einen wichtigen Wegbereiter für die Solidarität zwischen West und Ost. Pater Dietger Demuth, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, kündigte daher an, auf der Jahresbilanz-Pressekonferenz von Renovabis am 6. April in Erfurt eine Würdigung von Person und Pontifikat des verstorbenen Papstes aus der Sicht des Osteuropa-Hilfswerkes abgeben zu wollen. "Ohne Johannes Paul II. wäre Renovabis vielleicht nie gegründet worden", sagte Pater Demuth. An der Pressekonferenz nimmt auch der Erfurter Bischof Joachim Wanke teil.



Renovabis - Eine Selbstdarstellung


Als "Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa" wurde Renovabis im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen. Die Anregung zu dem Osteuropa-Hilfswerk hatte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gegeben. Leitgedanken des angestrebten Engagements waren - und sind bis heute - die Prinzipien Solidarität, Subsidiarität und Partnerschaft. "Renovabis", der lateinische Name der Aktion, stammt aus Psalm 104: "Renovabis faciem terrae - Du (Gott) wirst das Antlitz der Erde erneuern".


Seit 1993 leistete Renovabis den Menschen in 27 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas Hilfe durch inzwischen mehr als 12.000 Projekte. Allein für diese Hilfsprojekte brachten die Katholiken in Deutschland bisher fast 340 Millionen Euro auf. Die Mittel flossen in kirchlich-pastorale, sozial-caritative sowie in Bildungs- und Medienprojekte. Dabei stand der Grundsatz "Hilfe zur Selbsthilfe" im Mittelpunkt. Konkret werden Mittel von Renovabis zum Beispiel eingesetzt: um Kirchen und Gemeindezentren zu bauen, Familien-, Frauen- und Jugendzentren auszustatten, Heime für Waisen- und Straßenkinder zu unterhalten, Priester, Ordensleute und in der Seelsorge tätige Laien auszubilden. Ferner wurden Gelder für kirchliche Schulprogramme und Lehrerfortbildung, für Studienbeihilfen und journalistische Nachwuchsförderung gewährt.


Die Solidaritätsaktion Renovabis initiiert und begleitet viele hundert Partnerschaften zwischen West und Ost und fördert so Erfahrungsaustausch, menschliche Begegnung und gemeinsames Lernen. Mit mehr als 1.800 Partnerschaftsgruppen steht Renovabis in enger Verbindung. Mit ihrem überwiegend ehrenamtlichen Engagement bauen diese Gruppen lebendige Brücken der Verständigung zu den Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, die in vielfältigen Traditionen leben und über ein reiches spirituelles Erbe verfügen. Das bietet die Chance für einen fruchtbaren "Austausch der Gaben".


Eine große Herausforderung für Renovabis stellt die weitere europäische Integration dar: Wenn Europa - nach einer langen Phase der Trennung des Kontinents - nun wieder neu zusammenwächst, darf die geistige, kulturelle und religiöse Dimension nicht zu kurz kommen. Europa ist mehr als nur eine Wirtschafts- und Währungsunion in den geographischen Grenzen der Europäischen Union und ihrer (jetzigen oder künftigen) Beitrittskandidaten. Europa muss sich als Wertegemeinschaft begreifen. Ohne eine Bindung an gemeinsame, nicht zuletzt Werte der christlichen Tradition kann die Einheit nicht erreicht werden.


Der Etat von Renovabis für Projekte beträgt jährlich rund 30 Millionen Euro, die Anzahl der geförderten Projekte liegt jeweils deutlich über 1.000. Der Renovabis-Etat speist sich aus Kirchensteuermitteln, aus der - für die Anliegen von Renovabis bestimmten - Pfingstkollekte, aus Spenden, Nachlässen und Erbschaften sowie aus öffentlichen Mitteln. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat Renovabis mit dem DZI-Spendensiegel einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Geldern bescheinigt.




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