NS-Zeitzeuge Martin Bormann jun. über den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit

Achtung! Neuer Vortragsort

Erfurt (BiP). Ü;ber die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands referiert am Donnerstag, 23. Januar, der NS-Zeitzeuge Martin Bormann um 20 Uhr im Coelicum der Theologischen Fakultät (Zugang durch den Dom). Ursprünglich war das Gemeindehaus St. Severi als Vortragsort angekündigt worden. Die Veranstaltung findet im Hinblick auf den Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus Ende Januar statt.


Martin Bormann, geboren 1930, hat eine bewegte Lebensgeschichte. Er ist der älteste Sohn von Martin Bormann, dem Sekretär Adolf Hitlers, und lebte als Kind mit seiner Familie in der Umgebung Hitlers auf dem Obersalzberg. Die Erziehung von Bormann junior war streng nationalsozialistisch und antikirchlich ausgerichtet und ließ ihn das Ende des Krieges und den Tod Hitlers als Katastrophe erleben. In den Wirren der Nachkriegszeit verlor er die Verbindung zu seiner Familie und fand unter falschem Namen bei einer Bergbauernfamilie im Salzburger Land Unterschlupf. Die Erfahrung praktizierter christlicher Nächstenliebe dieser Menschen führte ihn nach und nach zum christlichen Glauben. Martin Bormann wurde katholisch, trat später einer Ordensgemeinschaft bei und studierte Theologie. Sein weiterer Weg führte ihn in die Kongo-Mission. 1971 ließ er sich nach einem schweren Autounfall von den Ordensgelübden dispensieren und arbeitete bis zur Pensionierung als Religionslehrer. Seit 1987 ist Martin Bormann Mitglied der Gruppe "Täterkinder - Opferkinder" von Professor Dan Bar-On von der Ben-Gurion-Universität in Israel.



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