Nicht Ende, sondern Anfang

20. Türchen

Bild: Christiane Raabe; In: Pfarrbriefservice.de

Ich bin Gabriel, einer der wenigen Engel, die namentlich in der Bibel genannt werden. Ich hatte vom Allerhöchsten den Auftrag, in Nazareth eine junge Frau namens Maria zu besuchen und ihr eine wichtige Botschaft zu bringen.

Ich weiß von meinem Herrn, dass er nur das Gute für Euch Menschen will. Trotzdem war mir bei dieser Botschaft etwas mulmig zumute. Denn was ich ihr zu sagen hatte, würde ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen, und nicht nur ihres. Maria, müsst Ihr wissen, war verlobt mit Josef, einem Zimmermann. Und ich sollte ihr nun sagen, dass sie einen Sohn bekommen würde, allerdings nicht von Josef. Das war eine Zumutung des Allerhöchsten, und ich wusste nicht, wie sie darauf reagieren würde. Natürlich ist sie erst einmal erschrocken als ich bei ihr auftauchte. Sie fragte auch nach, wie das denn gehen solle, sie und ein Kind und keinen Mann. Ich habe ihr alles erklärt; ich kenne den Allmächtigen, bei ihm ist alles möglich. Zu meiner großen Erleichterung hat sie dann Ja gesagt. So nahm die ganze Geschichte ihr gutes Ende, sorry, ihren guten Anfang.