Neue Silberkrone für barocke Prozessionsmadonna des Eichsfeldes gestiftet

Stifterin rette Krone in der DDR vor dem Verkauf ins Ausland

Böseckendorf/Berlingerode/Marburg (BiP). Sie schaut ein wenig traurig aus, die fast 200 Jahre alte Prozessionsmadonna der Gemeinde St. Nikolaus in Böseckendorf. Zwar trägt die Figur ein kostbares Untergewand aus italienischer Seide des 15. Jahrhunderts, doch hat die Madonna alles verloren, was sie in den Händen hielt und auf dem Kopf trug: ein Zepter, einen Apfel und eine Krone. Nur ein kurzer Zapfen auf dem gelockten Haar, an dem die Krone einst befestigt war, läßt ahnen, dass die Figur ursprünglich länger war als ihre jetzigen 89,5 cm.


Doch für die Madonna brechen jetzt bessere Zeiten an, und das verdankt sie Gisela Rother, die seit einigen Jahren in Marburg an der Lahn wohnt, ursprünglich aber aus Sachsen stammt. Der heute 79-Jährigen war es zu DDR-Zeiten ein Anliegen, Kunst- und Alltagsgegenstände der Vorfahren vor dem staatlichen Verkauf ins Ausland zu retten. Im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten erwarb sie vor 20 Jahren eine sehr überholungsbedürftige Marienkrone, die vermutlich im 18. Jahrhundert in Sachsen oder Böhmen entstanden ist und eine hölzerne Figur zierte. Die Krone besteht aus versilbertem Messing und ist mit Edelsteinen besetzt.


Mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gelang es Gisela Rother, für ihre Silberkrone eine passende Marienfigur - "alt" und "echt" - zu finden: die Prozessionsmadonna aus Böseckendorf, die heute in Berlingerode aufbewahrt wird. Der Kunstbeauftragte des Bistums Erfurt, Dr. Rolf-Günther Lucke, hatte die Figur als "ideal passend" an die Stiftung gemeldet. Für diese Figur stiftet Gisela Rother die restaurierte Silberkrone an die katholische Gemeinde. Zur Ü;bergabe reist die großzügige Stifterin eigens nach Berlingerode, um zu sehen, wie an der Madonna die Krone befestigt wird. Ab Dienstag, 3. September, erstahlt die Madonna fast wieder im alten Glanz.

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