Neue Mitarbeiter für die Seelsorge

Bischof sendet einen Theologen und eine Schönstätter Marienschwester als Gemeindereferenten aus

Erfurt/Mühlhausen/Apolda (BiP). Bischof Joachim Wanke sendet im Rahmen eines Pontifikalamtes im Erfurter Dom Schwester Alena Engelhardt und Dr. Markus Hille als Gemeindereferenten in den pastoralen Dienst des Bistums Erfurt.


Die Sendungsfeier am Samstag, 3. September beginnt um 9.30 Uhr. Schwester Alena und Markus Hille erklären sich bereit, in ihrem Dienst Gottes Wort zu verkünden und am Aufbau der Kirche im Bistum mitzuwirken. Nach der Beauftragung überreicht ihnen der Bischof die Ernennungsurkunden und besonders gestaltete Kerzen, die an diesen Tag erinnern sollen. Mit Schwester Alena und Dr. Hille gibt es 61 Gemeindereferentinnen und -referenten im aktiven Dienst des Bistums Erfurt.


Schwester Alena Engelhardt wurde am 26. März 1971 in Mühlhausen geboren. Nach der Polytechnischen Oberschule [POS, allgemeinbildende Schule der DDR bis zur Klasse 10] absolvierte sie bis 1991 ein Fachschulstudium der Krankenpflege sowie ein einjähriges Praktikum in Berlin-Friedrichshagen. 1992 trat sie dem Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern bei und lebte bis 1994 im Mutterhaus der Gemeinschaft in Schönstatt-Vallendar bei Koblenz. Dann kehrte sie nach Thüringen zurück, um hier verschiedene Aufgaben, zumeist in Friedrichroda, zu übernehmen. 1998 bis 2001 machte sie eine Ausbildung zur Gemeindereferentin am Seminar für Gemeindepastoral in Magdeburg, denn schon immer galt ihr besonderes Interesse der Einführung in den Glauben, besonders von Kindern und Jugendlichen. Das berufspraktische Jahr verbrachte Schwester Alena 2002/03 in Meiningen, die Gemeindeassistenz anschließend bis 2005 in Mühlhausen, wo sie auch künftig als Gemeindereferentin arbeiten wird. Durch ihre Arbeit möchte sie ein lebendiges und frohes Glaubensleben fördern. Besonders liegen ihr die Seelsorge an der Familie, die sie als Keimzelle der Kirche versteht, sowie die Arbeit mit Einzelpersonen am Herzen. "Ich hoffe, durch meine Art und Arbeit aufscheinen zu lassen, dass es noch eine andere, größere Wirklichkeit gibt, Gott nämlich", sagt Schwester Alena.


Der am 14. Mai 1967 in Seehausen (Altmark) geborene Markus Hille hatte als Kind eigentlich Papst werden wollen. "Papa" ist er immerhin geworden. Mit seiner seit 15 Jahren verheirateten Ehefrau Monika hat er zwei Kinder, Josef und Antonia, 13 und 11 Jahre alt. Trotz des früh angelegten Wunsches, an der kirchlichen Verkündigung mitzuwirken, war es ein langer Weg, bis sich Markus Hille entschlossen hatte, Gemeindereferent zu werden. Nach der POS erlernte er das Zimmermannshandwerk und wurde Kirchturmrestaurator. Dass er dann doch noch Theologie studieren und das Studium sogar mit einer Doktorarbeit abschließen sollte, führt er wesentlich auf seine Eltern und seine acht Geschwister zurück. "Das tägliche Gebet und der Sonntagsgottesdienst gehörten zu unserem Leben wie das Salz in die Suppe", sagt Markus Hille im Rückblick. Von seinen durchaus kritischen Eltern hätte er gelernt, "Fragen zu stellen und mich selbst mit der Kirche auseinander zu setzen". Mit entscheidend seien aber auch viele andere Menschen gewesen, die ihm die Kirche und ihren Auftrag erschlossen hätten. "Und dies nicht immer durch vieles Reden, sondern einfach durch ihr Kirchesein", hält Hille dankbar fest. Nach der Promotion zum Dr. theol. ging Markus Hille zum Praktikum in die Erfurter Domgemeinde und als Gemeindeassistent nach Apolda. Entscheidende Hinweise habe er an beiden Orten bekommen, "hier merkte ich den Sinn und die Freude an der Verkündigung". Die Gemeinde stellt er sich manchmal wie einen trockenen Schwamm vor, der sich sofort voll saugt, wenn er mit Flüssigkeit in Berührung kommt. In gleicher Weise dürste die Gemeinde nach der Kraft des Lebens und nach der Nahrung, dieses Leben zu bewältigen. "Meine Aufgabe als Gemeindereferent sehe ich darin, den Zugang zu dieser Kraft offen zu halten. Der Rest geschieht von allein", meint Hille. Dabei will er das Bild des Schwammes nicht zu eng auf die Gemeinde übertragen wissen. "Ich bin ein Kind der Diaspora. Das Gespräch und der Umgang mit Nichtchristen ist mir sozusagen in die Wiege gelegt." Und noch jemand soll bei aller Einsatzfreude nicht zu kurz kommen: seine Familie. "Zeiten für die Familie müssen klar umrissen sein, weil die Familie meine stärkste Stütze ist. Gibt es da Stress, wirkt sich das auch auf meine Arbeit in der Seelsorge aus". Nach der Sendungsfeier wird Dr. Markus Hille seinen Dienst in Apolda fortsetzen.



Stichwort: Gemeindereferentin, Gemeindereferent

Der Beruf der Gemeindereferentin und des Gemeindereferenten bietet Laien (katholische Christen, die weder Priester noch Diakon sind) eine Möglichkeit, in der katholischen Kirche das Gemeindeleben hauptamtlich mitzugestalten. Sie kümmern sich gemeinsam mit dem Pfarrer um die Belange der Pfarrgemeinde. Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten regen zur Mitarbeit in der Gemeinde an und stehen als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zu Verfügung. Arbeitsfelder sind Kinder- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Altenpastoral, Religionsunterricht und Gottesdienstvorbereitung. Die Ausbildung für das Bistum Erfurt umfasst in der Regel ein dreijähriges Vollstudium und ein berufspraktisches Jahr in einer Pfarrgemeinde. Daran schließen sich zwei Jahre als Gemeindeassistent(in) an. Diplomtheologinnen und Diplomtheologen steht der Beruf ebenfalls offen.



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