Missionarisches Handeln ausgezeichnet

Bonifatius-Preis 2006 wird für Projekte in Görlitz und Wiesbaden vergeben


Die Bonifatius-Preis-Figur
Bonifatius-Preis 2006 wird für Projekte in Görlitz und Wiesbaden vergeben...

Pressemitteilung des Bonifatiuswerkes, Paderborn:*


Erstmals hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken den "Bonifatius-Preis für missionarisches Handeln in Deutschland" ausgeschrieben. Insgesamt erhielt die Paderborner Zentrale 180 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Zu den beiden preisgekrönten Projekten in Görlitz und Wiesbaden äußert sich der Generalsekretär des Diaspora-Hilfswerkes, Prälat Clemens A. Kathke, in dem nachfolgenden Interview.


Frage: Herr Prälat Kathke, erstmals wird am 5. November in Köln zum Auftakt des Diaspora-Monats der Bonifatius-Preis verliehen. Sind Sie mit der Zahl der Eingaben zufrieden?


Kathke: Ja, unbedingt. Denn unsere Jury konnte aus 180 wirklich interessanten Einreichungen die beiden Preisträger ermitteln. Diese Beteiligung ist ein großartiger Erfolg. Denn hinter all den Projekten verbergen sich hervorragende Beispiele und Ideen, wie die Glaubensweitergabe zeitgemäß erfolgen und neue Impulse erhalten kann. Wir haben eine solche Fülle guter Eingaben aus allen Teilen der Bundesrepublik erhalten, dass daraus im kommenden Jahr eine Broschüre entstehen soll. Ideen dieser Art verdienen es, bekannt gemacht zu werden. Vielleicht werden sie ja von anderen Gemeinden übernommen.


Frage: Den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis haben Gemeindereferentin Gabriele Kretschmer aus der St.-Jakobus-Gemeinde in Görlitz und ihr Team zuerkannt bekommen. Was verbirgt sich hinter dem Projekt "Der Görlitzer Adventskalender"?


Kathke: Eine tolle Initiative, die inzwischen schon seit einigen Jahren in der Vorweihnachtszeit zur Freude vieler Bürger hervorragend umgesetzt wird. Und zwar verwandelt sich diese schöne sächsische Stadt an der Neiße in den vier Wochen vor Weihnachten in eine Art Adventskalender. Die Haustüren und Portale markanter Gebäude werden mit Ziffern von 1 bis 24 versehen. Pünktlich um 17.30 Uhr täglich begrüßt das "Görlitzer Lichtl-Kind", eine eigens für diese Initiative erfundene Gestalt, vor der zu öffnenden Adventstüre zwischen 300 und 500 Kinder und Erwachsene. Wenn sich die jeweilige Türe dann öffnet, erfahren die Besucher in immer wechselnden Darbietungen von den Menschen, die in dem Haus leben oder arbeiten. Es wird gesungen, getanzt, erzählt, gespielt. An den Adventssonntagen öffnet sich stets eine Kirchentüre. Ü;brigens hat Gabriele Kretschmer im vergangenen Jahr erstmals die polnische Nachbarstadt Zgorzelec mit in das vorweihnachtliche Geschehen einbezogen. Insgesamt ein völlig kommerzfreies Projekt, das alle Kriterien eines zeitgemäßen missionarischen Handelns erfüllt. Die Menschen erfahren viel von ihrer Stadt, hören einiges von der christlichen Botschaft und der Geburt Christi und lernen sich auch untereinander kennen. Das Preisgeld wird übrigens zweckgebunden für die Fortsetzung dieser Aktion eingesetzt.


Frage: Gilt das auch für Kaplan Christof May von der St.-Bonifatius-Gemeinde in Wiesbaden, der im vergangen Jahr für rund 20 junge Leute einen "Fahrradfirmkurs" entwickelt und dafür den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis zugesprochen bekommen hat?


Kathke: Ja, ein Kriterium für die Preisvergabe lautet, dass das Geld stets für das ausgewählte Projekt einzusetzen ist. Auch dieser "Fahrradfirmkurs" ist eine hervorragende Aktion, Jugendliche an Fragen des Glaubens altersgerecht heranzuführen. Immerhin haben sich 17 der insgesamt 22 Teilnehmer, die beim Firmkurs per Rad von Wiesbaden nach Münsterschwarzach im vergangenen Jahr mit dabei waren, entschlossen, Ministrantinnen beziehungsweise Ministranten zu werden. Das spricht ganz für die Qualität des katechetischen Konzepts, das mit unserem Preis ausgezeichnet wurde. Neben dem Ministrantendienst hat sich aus dieser Firmgruppe auch noch ein Besucherdienst für ältere Menschen in Wiesbaden entwickelt.


Frage: Das klingt nach Aufbruch. Wird auch im kommenden Jahr wieder der Bonifatius-Preis vergeben?


Kathke: Davon ist auszugehen. Dank einer wirklich großzügigen Stiftung des langjährigen Chefredakteurs der Kölner Kirchenzeitung, Prälat Erich Läufer, dem die Weitergabe des Glaubens ein ganz wichtiges Anliegen ist, sind die Finanzmittel vorhanden, um den Bonifatius-Preis dauerhaft zu etablieren. Ich bin mir sicher, dass wir über diese Ausschreibung in den nächsten Jahren noch von vielen hervorragenden Beispielen missionarischen Handelns erfahren werden.


Interview: Josef Gerhardt



*Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt beim oben angeführten Absender




www.bonifatiuswerk.de