Mann der ersten Stunde

Bischof Ulrich Neymeyr verleiht Peter Meisner aus Schlotheim an seinem 80. Geburtstag die Elisabeth-Medaille des Bistums Erfurt

 

Bild: Peter Weidemann/Bistum Erfurt

Erfurt/Schlotheim (BiP). Es gibt Orte in Thüringen, deren Erwähnung unweigerlich an bestimmte Personen denken lässt. Beim Erfurter Dom ist das beispielsweise Weihbischof Reinhard Hauke, der schon als Dompfarrer mit seinen Spendenaktionen für den Erhalt der der Kathedrale einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Wer hingegen die Kirche und ihre Gemeinde in Schlotheim bei Mühlhausen kennt, dem fällt ohne großes Nachdenken das Wirken von Peter Meisner ein. Am Ostersonntag wird der Mann 80 Jahre alt, der sich seit mehr als einem halben Jahrhundert kirchlich engagiert. Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr nimmt das zum Anlass und verleiht ihm zu diesem Tag die Elisabeth-Medaille, mit dem das Bistum Erfurt das herausragende Engagement ehrenamtlicher Männer und Frauen für die katholische Kirche auszeichnet. Peter Meisner sei in der Kirchengemeinde „eine der Säulen und auch in der Vergangenheit das tragende Gemeindemitglied, das so vieles zusammenhält und im Blick hat“, würdigt der Bischof den Geehrten in der Urkunde. Die heilige Elisabeth von Thüringen (1207-31), nach der die Medaille benannt ist, ist die Patronin des Bistums und gilt durch ihren Einsatz für die Armen und Kranken als Vorbild christlicher Nächstenliebe.

Peter Meisner wurde am 4. April 1941 im schlesischen Breslau geboren. Durch die Vertreibung in Folge des Zweiten Weltkrieges kam die Familie 1945 in den heutigen Unstrut-Hainich-Kreis. Die Minderheiten-Situation der Katholiken im Osten Deutschlands und die geringe Zahl der Priester forderten neue Wege, damit in den vielen kleinen Orten sonntags katholische Gottesdienste stattfinden konnten. Der damalige Weihbischof Hugo Aufderbeck ließ darum Laienchristen ausbilden, die Wortgottesdienste vorbereiten und leiten sollten, die sogenannten Diakonatshelfer. Meisner gehörte zu den Männern der ersten Stunde und wurde 1969 in seinen Dienst als Diakonatshelfer gesendet. Seit dieser Zeit übt er diese Tätigkeit aus. Als es im Gefolge der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) zur Einrichtung von Pfarrgemeinderäten kam, engagierte sich Meisner auch hier und gehörte von 1971 bis 2016 diesem Gremium der Kirchengemeinde an, viele Jahre auch als Vorsitzender. Man kann sagen, dass Peter Meisner immer noch bereit steht, wenn sich Lücken auftun und kein anderer einen Dienst tun kann, sei es als Küster oder Lektor. Selber Ruheständler bringt er sich zudem bei den Seniorennachmittagen mit Impulsen und Vorträgen ein. Die müssen zwar corona-bedingt momentan ausfallen, aber für die Zeit danach kann die Gemeinde wieder auf Meisner zählen.

Die Pfarrei St. Josef, zu der der Kirchort Schlotheim gehört, hat allen Grund, Peter Meisner dankbar zu sein, und ihn deshalb zur Verleihung der Elisabeth-Medaille vorgeschlagen. In der Osternacht wird Pfarrer Andreas Anhalt in der St.-Bonifatius-Kirche in Schlotheim Meisner die Medaille und die Urkunde überreichen. Es dürfte das erste Geschenk sein, das der dann noch 79-Jährige zu seinem 80. Geburtstag erhält.