Jahrzehnte im Eichsfeld tätig

Zum Tod von Pfarrer i.R. Ulrich Kische

 

Am 15. Juni 2021 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener und unseren Mitbruder Herrn Pfarrer in Ruhe Ulrich Kische zu sich in sein himmlisches Reich.

Pfarrer Ulrich Kische stand im 85. Lebensjahr und im 54. Jahr seines priesterlichen Dienstes.
Ulrich Kische wurde am 13. Dezember 1936 in Breslau geboren und wuchs mit seinen vier Geschwistern in Oltaschin bei Breslau auf. Der Besuch der dortigen Grundschule wurde durch die kriegsbedingte Vertreibung aus der Heimat unterbrochen und 1946 in Apolda in Thüringen, wo seine Familie ein neues Zuhause fand, bis zur Schulentlassung im Jahr 1951 fortgeführt. Danach begann er eine Ausbildung als Bäcker, die er 1954 mit der Facharbeiterprüfung in Weimar abschloss. Er arbeitete dann in seinem Ausbildungsbetrieb in Apolda als Bäckergeselle, aber nach der Teilnahme an einem katechetischen Kurs in Görlitz fand er Gefallen an der pastoralen Arbeit.

Um seinen Wunsch, Priester zu werden, verwirklichen zu können, absolvierte er ab 1956 im Norbertinum in Magdeburg den Abiturkurs, den er 1961 erfolgreich abschloss. Ulrich Kische wurde von Weihbischof Dr. Joseph Freusberg als Priesterkandidat angenommen und konnte das Theologiestudium beginnen. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in Erfurt und dem sich anschließenden Pastoralkurs in Neuzelle wurde er am 25. Juni 1967 durch Weihbischof Hugo Aufderbeck im Erfurter Mariendom zusammen mit sieben weiteren Diakonen zum Priester geweiht.

Seinen priesterlichen Dienst begann Ulrich Kische nach einer Aushilfe in Stolberg / Harz als Kaplan in Niederorschel. 1970 übernahm er als Pfarradministrator die Seelsorge in Wiesenfeld und nach dreijähriger Tätigkeit dort wurde ihm die Pfarrei Pfaffschwende anvertraut. 1976 wechselte er als Pfarrer in die Pfarrei Meiningen-Land und wirkte segensreich in der Diaspora. 1978 wurde seine Bewerbung für die Pfarrei St. Johannes in Holungen von Bischof Aufderbeck angenommen, die dann für gut 30 Jahre sein Wirkungsort blieb. Mit der Neuordnung der Dekanate und Pfarreien im Jahr 2005 wurde die Kirchengemeinde Holungen zur Filialgemeinde der Pfarrei St. Marien in Bischofferode. Pfarrer Kische übernahm daraufhin den Dienst als Kooperator der neugegründeten Pfarrei mit Wohnsitz in Holungen.

Im Jahr 2008 bat er den Bischof um Versetzung in den Ruhestand. Zunächst blieb er im Pfarrhaus von Holungen, nahm aber ab 2009 seinen Ruhesitz in Apolda, um dort im Kreis seiner Familie aufgehoben zu sein. Dorthin sandte Bischof Dr. Neymeyr seinen herzlichen Gruß anlässlich des Goldenen Priesterjubiläums im Jahr 2017, verbunden mit einem herzlichen Dank für das 50-jährige priesterliche Glaubens- und Lebenszeugnis.

Auch überpfarrlich hat Pfarrer Kische bereitwillig Aufgaben übernommen und wirkte u. a. viele Jahre als Caritasreferent im Dekanat Bischofferode.
Am Dienstag, dem 15. Juni 2021 wurde er im Krankenhaus Apolda heimgerufen, nachdem er die Sterbesakramente empfangen hatte. Für sein verdienstvolles priesterliches Wirken möge er reichen Lohn erhalten.

Pfarrer Kische war Mitglied im Pactum Marianum seit dem 23. Februar 1998. Requiescat in pace!
In Dankbarkeit gedenken wir auch der treuen Mithilfe von Frau Stefanie Jokisch, die als Haushälterin die seelsorgliche Arbeit von Herrn Pfarrer Ulrich Kische unterstützt hat.

Für das Bistum Erfurt

Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone
Das Requiem für Pfarrer Ulrich Kische wurde gefeiert am Freitag, 25.06.2021 um 9:00 Uhr im Außengelände bei der St. Bonifatius-Kirche, 99510 Apolda, Stobraer Straße 10.
Um 10.30 Uhr war die Beerdigung auf dem Friedhof in Apolda, Oststraße 5.