Erfurt (BiP). Um die Geschehnisse der friedlichen Revolution in der DDR vor 20 Jahren geht es auch bei der Erfurter Bistumswallfahrt am Sonntag, 20. September, die unter dem Motto "Ins Weite geführt..." stattfindet.
Tausende Katholiken aus ganz Thüringen werden daran teilnehmen. Sie sind eingeladen, "Dank zu sagen für die friedliche Revolution vor 20 Jahren und zugleich die Herausforderungen der Freiheit zu sichten, die uns heute aufgegeben sind", schreibt der Erfurter Bischof Joachim Wanke in seiner Einladung. Die Domstufen seien dabei ein Ort, der die Friedensgebete von damals mit dem Glauben und Leben von heute stellvertretend verbinden könne, so der Bischof.
Ein Festgottesdienst um 9.30 Uhr auf den Domstufen eröffnet den Wallfahrtstag. An der Seite von Bischof Wanke, der die Predigt hält, feiern Bischof Clemens Pickel aus Saratov (Russland) und der Generalvikar des Bistums Würzburg, Dr. Karl Hillenbrand, die heilige Messe als Ehrengäste mit. Die im Gottesdienst gesammelten Spenden sind für die Seelsorgearbeit in Saratov bestimmt.
Ab 11 Uhr besteht für die Wallfahrer die Möglichkeit, das ehemalige Staatssicherheitsgefängnis in der Andreasstraße zu besichtigen. Um 13.15 Uhr findet im Hof der Gedenkstätte ein Mittagsgebet mit Bischof Wanke und Weihbischof Reinhard Hauke statt, das für alle Menschen gesprochen wird, die zu Opfern der Stasi geworden sind.
Um 12 Uhr beginnen an verschiedenen Orten auf dem Domberg und in der Altstadt die so genannten Zwischenveranstaltungen mit Vorträgen, Diskussionen, geistlichen Angeboten, Musik, Theater und Kabarett.
"Kirche mittendrin: 1 x essen macht 2 x satt" heißt es auf dem Domplatz von 12 bis 14 Uhr. Die Wallfahrer sind eingeladen, einen Teller Suppe zu kaufen, aber zwei zu bezahlen, um mit Menschen, denen das Lebensnotwendige fehlt, gemeinsam bei einer Mahlzeit an einem Tisch sitzen zu können. Dazu gibt es auf der Caritas-Bühne Interviews, Aktion und Musik. An zwei Pinwänden können soziale Nöte und Missstände festgehalten werden, aber auch Lösungsvorschläge. Daraus formulieren die Caritas und das Erfurter Seelsorgeamt später einen Brief an politisch und kirchlich Verantwortliche in Thüringen.
Die Wallfahrt endet um 14 Uhr mit der Feierstunde, die auf der Marienwiese hinter dem Mariendom beginnt. Bischof Pickel und Generalvikar Hillenbrand sprechen Grußworte. Als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit wird auch ein Vertreter des evangelischen Mitteldeutschen Kirchentages, der zeitgleich in Weimar stattfindet, ein Wort an die Wallfahrer richten.
Pfarrer Marcus Victor reist dazu mit den Teilnehmern eines Bikergottesdienstes an. Im Gegenzug wird der Ökumene-Beauftragte des Bistums Erfurt, Monsignore Heinz Gunkel, mit den Bikern zum Kirchentag fahren und dort die Grüße der katholischen Brüder und Schwestern ausrichten.
Am Ende der Feierstunde ziehen die Wallfahrer in einer Prozession an die Domstufen, wo der Erfurter Bischof den eucharistischen Segen spenden wird.
Zeitplan und Programm der Erfurter Bistumswallfahrt 2009

