Hilfe zur Selbsthilfe

Im Rahmen der Misereor-Fastenaktion 2018 unter dem Motto „Heute schon die Welt verändert?“ ist Dhanajay Kumar aus Indien im Bistum Erfurt zu Gast. Neben Vorträgen und Begegnungen wird es auch ein Benefizkonzert geben

Bild: Misereor

Erfurt (BiP). Anlässlich der Misereor Fastenaktion 2018 besucht Dhanajay Kumar aus Indien das Bistum Erfurt. Kumar setzt sich im Bundestaat Bihar für die Rechte von Straßenhändlern ein. Davon wird er bei seinen öffentlichen Terminen in Erfurt und im Eichsfeld erzählen. 

Misereor ist das Hilfswerk der katholischen Kirche für Entwicklungszusammenarbeit. 1958 gegründet, führt es in diesem Jahr seine 60. Fastenaktion unter dem Motto „Heute schon die Welt verändert?“ durch. Seit seiner Gründung hat Misereor über 107.500 Projekte mit mehr als 7 Milliarden Euro in Asien und Ozeanien, Afrika, dem Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik gefördert. Projekte für Gerechtigkeit und gegen Hunger, Krankheit und Ausgrenzung sowie deren Ursachen. 

Im Mittelpunkt steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützt Misereor Menschen unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Kultur und ihrer Hautfarbe. Aktuell sind es knapp 3.000 Projekte in rund 90 Ländern. Dabei geht auch um Fortschritte im Bildungs- und Gesundheitswesen, um den Klimawandel und die Anpassung an seine Folgen, um Menschenrechte sowie nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung.

2018 stellt Misereor Menschen in Indien in den Mittelpunkt seiner Fastenaktion. Zum Beispiel Bauarbeiter, Straßenverkäufer und Obdachlose in Bihar. Diese Menschen werden von der MISEREOR-Partnerorganisation Jan Kalyan Gramin Vikas Samiti (JKGVS – Vereinigung für Wohlfahrt und Ländliche Entwicklung) unterstützt, ihre Rechte und Interessen selbst zu vertreten.

Dhanajay Kumar (34), der nach Thüringen kommt, gehört der Organisation JKGVS seit 11 Jahren an. Der Computer-Experte mit einem Bachelor-Abschluss in Geografie sieht seine Berufung und seinen Schwerpunkt in der sozialen Arbeit, bei der er sich auf die Verteidigung der Rechte von Straßenhändlern spezialisiert hat. Dazu gehört vor allem deren ordnungsgemäße Registrierung bei den Behörden. Früher wurden viele von ihnen von der Polizei von ihren Standplätzen vertrieben oder mussten Bestechungsgeld bezahlen, um arbeiten zu dürfen.

Der Bundesstaat Bihar gehört zu den ärmsten Landesteilen Indiens. In der Hauptstadt Patna – uns bekannt vom Patna-Reis aus den Ganges-Ebenen – leben etwa zwei Drittel der zwei Millionen Einwohner in Armenvierteln. Aufgrund des schnellen Wachstums der Stadt sind diese Viertel inzwischen im Visier von Immobilieninvestoren und Stadtplanern – ohne Rücksicht auf die ursprünglichen Bewohner. Obwohl ihnen dort Wohnrechte zustehen, werden sie einfach vertrieben, ohne ihnen eine angemessene Alternative zum Wohnen anzubieten.

Viele der ebenfalls betroffenen Straßenverkäufer sind, auch dank Dhanajay Kumar, inzwischen in Netzwerken organisiert und vertreten ihre Rechte gegenüber den Behörden gemeinsam. So verändern sie ihre Welt zum Guten hin.

Öffentliche Termine von Dhanajay Kumar:

„Heute schon die Welt verändert?“

Vortrag und Präsentation mit Gespräch und Begegnung

  •  Mittwoch, 14. März, 10 Uhr

Weißenborn-Lüderode, Gemeindehaus, Kirchstraße 5

  • Donnerstag, 15. März, 16 Uhr

Senioren-Nachmittag

Erfurt, Wigbertihof

  • Sonntag, 18. März, 17 Uhr 

„Heute schon die Welt verändert?“ – Benefiz-Chorkonzert zugunsten von Misereor 

Mit dem Jugendliturgiekreis St. Aegidien (Heiligenstadt), Jugendchor „Angels Music“ (Deuna), Kirchenchor Geismar, Chor „Arcobaleno“, Chor „Tonart“ (Worbis) und der Solistin Lisa Weidemann

Pfarrkirche Geismar, Kirchgasse 9

Fotos zur Arbeit der Vereinigung für Wohlfahrt und Ländliche Entwicklung (JKGVS) im Bundesstaat Bihar