Ein mittelalterlicher Brauch, der nach dem Verbot im 16. und 17. Jahrhundert allmählich in Vergessenheit geriet, wird heute von einigen Pfarrern und auch Bischöfen wieder praktiziert: das sogenannte Osterlachen, risus paschalis.
Im Mittelalter erzählte der Pfarrer im Ostergottesdienst während der Predigt lustige oder komische Sachen, um die Gemeinde zum Lachen zu bringen. Aus folgendem Grund: Der Tod, den Christus besiegt hatte, wurde ausgelacht. Und damit auch die Angst vor dem Sterben.
Heute gibt es meistens erst am Ende des Gottesdienstes einen Witz zu hören.
Nachfolgend ein paar Witze (hier geklaut)
- Der Pfarrer stochert wie besessen auf seinem Teller herum. Da fragt die Haushälterin besorgt: „Was machen Sie denn da?“„Schnitzeljagd!“
- In der Sonntagsschule fragt der Pfarrer: „Was muss man tun, um in den Himmel zu kommen!“ Magnus antwortet: „Sterben!“
- Vier Geistliche sitzen nach getaner Arbeit am Montagabend zusammen. „Wisst ihr“, sagt der eine, „wir sind doch wirklich gute Freunde. Vielleicht nutzen wir die Gelegenheit einmal, um uns über unsere Probleme auszusprechen.“ Alle nicken zustimmend. „Lasst mich euch anvertrauen, dass ich zuviel trinke“, bekennt der erste. Die anderen drei seufzen. Der zweite: „Da du, lieber Bruder, so ehrlich zu uns warst, wage ich zu gestehen, dass ich der Spielleidenschaft fröne. Mich hat sogar schon der Wunsch heimgesucht, Geld aus dem Opferstock zu nehmen.“ Wieder seufzen die anderen drei. Darauf sagt der dritte: „Liebe Brüder, ich bin ganz und gar durcheinander, ich habe Zuneigung zu einer Frau in meiner Gemeinde gefasst.“ Die anderen drei seufzen wieder. Schließlich soll der vierte auch sein größtes Problem äußern, doch er sträubt sich noch. Die anderen drei reden ihm aber gut zu: „Mach dir keine Gedanken, dein Problem ist bei uns gut aufgehoben. Wir sind verschwiegen und werden niemandem etwas sagen.“ „Nun ja, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber mein Problem ist: Ich bin eine furchtbare Klatschtante und kann kein Geheimnis für mich behalten."
- „Nun, Opa, wie gefällt dir das Hörgerät, das ich dir zu Weihnachten geschenkt habe?“, fragt Hugo. Der Opa meint: „Es funktioniert überraschend gut. Ich habe schon dreimal mein Testament geändert.

