Heiligenstädter Propst als Domkapitular berufen

Die Kapitelseinführung von Msgr. Hartmut Gremler erfolgt im Rahmen einer feierlichen Vesper im Erfurter Dom

Erfurt/Heilbad Heiligenstadt (BiP). Der Bischöfliche Kommissarius für das Eichsfeld und Propst an St. Marien in Heiligenstadt, Monsignore Hartmut Gremler (59), ist auf Vorschlag des Erfurter Domkapitels von Bischof Joachim Wanke als nichtresidierender Domkapitular berufen worden. Gremlers Einführung in das Kapitel erfolgt im Rahmen einer feierlichen Vesper am Samstag, 3. März um 18 Uhr im Mariendom.

Zum Erfurter Domkapitel gehören gemäß den Statuten fünf residierende und drei nichtresidierende, also nicht im Einzugsbereich des Domes wohnende Domkapitulare. Sie tragen innerhalb des Bistums an der Verantwortung für das Wachstum des Glaubens mit und unterstützen den Bischof bei seinen Aufgaben. Die Domkapitulare sorgen für eine würdige Feier der Gottesdienste am Dom und wählen beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs einen Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet. Dieser wird vom Domkapitel aus einer Dreierliste des Papstes gewählt.


Das Signum des

Erfurter Domkapitels


Bei seiner Einführung erklärt Propst Gremler dem Bischof die Bereitschaft, den neuen Dienst als Domkapitular anzunehmen, und erhält nach dem Glaubensbekenntnis das Signum des Domkapitels überreicht, das an einer Brustkette über dem liturgischen Gewand getragen wird und auf der Vorderseite die Patronin des Domes, die Gottesmutter Maria, und auf der Rückseite die Patronin des Bistums Erfurt, die heilige Elisabeth von Thüringen, zeigt.

Hartmut Gremler stammt aus dem Eichsfeld und wurde 1977 in Erfurt zum Priester geweiht. 1991 wechselte er von der Pfarr- in die Militärseelsorge und erhielt 2002 die Berufung zum Katholischen Leitenden Militärdekan beim Wehrbereichskommando III in Erfurt. 2007 wurde Gremler von Papst Benedikt XVI. zum Päpstlichen Ehrenkaplan mit dem Titel "Monsignore" ernannt. Gremlers Dienst in der Militärseelsorge endete 2011. Seit 1. Januar dieses Jahres ist er Bischöflicher Kommissarius und Propst an der Propsteikirche St. Marien in Heilbad Heiligenstadt.

www.dom-erfurt.de

Lexikon: Vesper

Stichwort: "Domkapitel, Domkapitular": Das Domkapitel (Kapitel von lat. caput, Kopf), ist das Leitungsgremium einer Bischofskirche. Seine Mitglieder sind Priester, die vom Ortsbischof ausgewählt und zu Domkapitularen (auch als Domherren oder Kanoniker bezeichnet) ernannt werden. Dabei ist das Domkapitel zu hören.
Die Größe des Domkapitels variiert je nach Größe der Diözese, wobei die im Einzugsbereich des Domes wohnenden Kapitelsmitglieder residierende Domkapitulare, die in entfernteren Gemeinden nichtresidierende Domkapitulare genannt werden.
Als juristische Person wird die Arbeit des Kapitels durch das allgemeine Kirchenrecht, durch Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz und Konkordatsbestimmungen festgelegt. Hinzu kommen noch verschiedene Gewohnheiten der Diözese und geschichtliche Eigenheiten, die die Aufgaben des Domkapitels bestimmen.
Seine erste Aufgabe ist es, die Liturgie in der Bischofskirche ("Dom", Kathedrale) zu organisieren und für eine würdige Durchführung von feierlichen Gottesdiensten zu sorgen.
In den meisten deutschen (Erz-)Bistümern obliegt es dem Domkapitel, beim Amtsverzicht oder Tod des Bischofs für die Ü;bergangszeit einen Diözesanadministrator zu wählen, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet.
Die deutschen Domkapitel, ausgenommen die der bayerischen Diözesen und des Bistums Speyer, wählen den Bischof aus einer päpstlichen Dreierliste und beraten ihn bei der Leitung des Bistums.