Gottes Segen ist wie die Sonne

Bischof Joachim Wanke schreibt den Kindern einen Ferienbrief über das Segnen

Bischof Joachim Wanke schreibt den Kindern einen Ferienbrief über das Segnen


Liebe Mädchen und Jungen!


Es gibt Menschen, die liegen in den Sommerferien am liebsten in der Sonne. Nichts tun, einfach nur daliegen, die Wärme spüren ? das ist für sie der beste Urlaub. Ich nehme an, für die meisten von euch ist so ein Urlaub zu langweilig. Wahrscheinlich wollt ihr lieber etwas unternehmen, spielen und toben. Aber bestimmt freut ihr euch trotzdem, wenn es sonnig ist. Verregnete Sommerferien ? das ist nicht schön! Da kann man nicht draußen spielen. Wenn die Sonne scheint, ist alles freundlicher, nicht nur das Wetter, auch die Menschen. Wenn es früh noch ein wenig kühl ist, dann tut es gut, sich in den Sonnenstrahlen zu wärmen. Und wenn ein Mensch in der Sonne steht, sieht er manchmal ein bisschen schöner aus!


Sonne braucht man aber nicht nur in den Sommerferien. Verliebte sagen manchmal zueinander: Du bist meine Sonne! Oder Eltern nennen ihr Kind: Unser Sonnenschein. Ja, auch Menschen können das Leben hell und warm machen. In solchen Menschen kann man sich ein wenig sonnen und das tut sehr gut.


Der Sonnenschein ist ein schönes Bild für etwas, das ich euch mit auf den Weg in die Ferien geben will. Ich möchte euch daran erinnern, dass ihr von Gott gesegnet seid. Mit Gottes Segen ist es ein wenig so, wie mit der Sonne. Wo man diesen Segen merkt, dort wird es hell und warm. Das Gute ist: Von Gottes Segen bekommt man keinen Sonnenbrand und es wird auch nicht zu heiß ? man kann also ganz lange unter diesem Segen bleiben. Aber ihr merkt Gottes Segen nicht so leicht wie den Sonnenschein. Dazu müsst ihr aufmerksam sein. Wenn zum Beispiel nach einen Regentag die Sonne wieder zwischen den Wolken hervorkommt, dann ist das wie ein Segensgruß von Gott. Aber auch wenn es regnet, bleibt Gottes Segen. Ihr dürft fest daran glauben: Gott mag jeden von euch. Er segnet jeden. Manchmal aber anders, als wir es uns denken.


Ja, Gott segnet wirklich jeden Menschen. Sieh einmal nach links und rechts neben dich. Da sind zwei von Gott gesegnete Menschen. Du noch dazu: Schon findest du drei gesegnete Menschen!


Ich möchte euch noch eine Aufgabe mitgeben: für die Menschen, die jetzt gerade neben euch stehen und für die Menschen, die ihr in den Ferien trefft. Ich habe schon gesagt, dass es nicht immer leicht ist, Gottes Segen zu bemerken. Aber ihr könnt dabei helfen. In der lateinischen Sprache heißt segnen: benedicere. Das heißt ganz wörtlich: gut reden. Gesegnet ist also einer, über den man gut redet. Wenn ihr anderen etwas Gutes sagt, dann merken sie vielleicht, dass sie gesegnet sind.

Wie das geht? Ihr könnt einem anderen sagen, was ihr selber gerne hört: Das hast du gut gemacht! Oder: Ich mag dich! Oder: Danke, dass du da bist! Oder ... euch fallen sicher noch andere gute Worte ein. Ihr kennt das bestimmt selber: In solchen Worten kann man sich ein bisschen sonnen. Im Elisabethjahr habe ich den Menschen als Werk der Barmherzigkeit vorgeschlagen: Ich rede gut über dich! Schafft ihr es, in diesen Ferien daran zu denken und es zu tun?! Ich glaube, dann wird die Welt ein bisschen heller. Dann merken viele Menschen, das Gottes Segen über ihnen ist.

Und das ist er ganz sicher: über dir, über euch und über jedem Menschen, dem ihr begegnet. Manchmal muss man nur darauf hinweisen, damit die anderen es merken.


Von Herzen wünsche ich euch schöne Ferien und lade euch nach Erfurt ein: zur Kinderwallfahrt in der ersten Ferienwoche und zur Bistumswallfahrt im September!


Ich grüße und segne euch und eure Eltern und Geschwister


Euer Bischof Joachim




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