Gewalt gegen Frauen

Katholische Frauenverbände fordern bundesweite Notrufnummer


Ein dunkles Kapitel:
Gewalt gegen Frauen
Katholische Frauenverbände fordern bundesweite Notrufnummer

Pressemitteilung der katholischen Frauenverbände:*


Düsseldorf. Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fordern die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) die Bundesregierung noch einmal nachdrücklich dazu auf, die im Aktionsplan vom September 2007 angekündigte bundeseinheitliche Notrufnummer einzurichten. Diese soll bedrohten Frauen den Weg zu Hilfsangeboten in ihrer Nähe weisen und Hemmschwellen abbauen.


Gewalt ist nach Ansicht der Verbände nicht privat und darf nicht verschwiegen werden. Sie macht krank und verursacht langfristige körperliche und seelische Beeinträchtigungen. Betroffene leiden oft ein Leben lang daran. Beispielsweise können sich zurückliegende Gewalterfahrungen dramatisch auswirken, wenn die Frauen pflegebedürftig werden. Denn dann sind sie körperlichen Eingriffen wieder hilflos ausgeliefert, so dass traumatische Erlebnisse lebendig werden. Gewalt gegen Frauen muss deshalb auch in der Pflege thematisiert werden.


Vor diesem Hintergrund setzen sich die Verbände dafür ein, Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich zu ächten. Sie wollen Frauen ermutigen, sich zu wehren und Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies kann dauerhaft nur gelingen, wenn die bestehenden Hilfsangebote nachhaltig gesichert und weiter - wie z.B. die bundeseinheitliche Notrufnummer- aufgebaut werden.


Die drei katholischen Frauenverbände engagieren sich auf unterschiedlichen Ebenen gegen Gewalt an Frauen. So bietet der SkF als Frauenfachverband und Träger von 36 Frauenhäusern im Jahr über 2000 Frauen und ebenso vielen Kindern Schutz und Unterstützung. Darüber hinaus unterhält er an vielen Orten Interventionsstellen. Die kfd, mit rund 620 000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband, greift das Thema seit zwei Jahren mit ihrem Programm "Häusliche Gewalt ist kein Schicksal!" immer wieder auf und weist auf örtliche Hilfsangebote hin. Sexualisierte Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen spricht insbesondere der KDFB in Kooperation mit medica mondiale an, der die aktuelle Situation von Frauen in den Krisengebieten der Welt beobachtet und die Bundesregierung zum Handeln auffordert.



*Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt beim oben angeführten Absender

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