Gegen grenzenlosen Egoismus

Das ZdK fordert die konsequente Umsetzung einer neuen Finanzmarktordung


Das ZdK fordert die konsequente Umsetzung einer neuen Finanzmarktordung

Pressemitteilung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK):*


Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich konsequent für die Umsetzung einer neuen Finanzmarktordnung einzusetzen.


"Was wir brauchen sind internationale Regeln, die grenzenlosem Egoismus entgegentreten und das Gemeinwohl stärken", so Meyer wörtlich vor dem Hauptausschuss des ZdK am Freitag dem

17. Oktober 2008.


Ausdrücklich begrüßte er in diesem Zusammenhang die Vorhaben der Bundesregierung zu einer strikten Anwendung der Managerhaftung, die Einrichtung einer Aufsichtsbehörde und die Verpflichtung der Banken auf solide Geschäftspolitik. Dies dürften aber nur erste Schritte sein, die vor allem durch internationale Vereinbarungen ergänzt werden müssten.


"Gerechtigkeit braucht Regeln" zitierte Meyer die Erklärung des ZdK zu internationalen Finanzmärkten. Konkret setze sich das ZdK deshalb für die Stärkung der internationalen Finanzarchitektur durch eine neue stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Krisenvorbeugung ein. Es fordere Verbesserung der Ü;berschaubarkeit und Transparenz der internationalen Finanzströme durch stärkere Publizitätspflichten und den Einbau von differenzierteren Risikopuffern in die Kreditgeschäfte durch Ausbau der Finanzaufsicht. Nicht zuletzt hätten die letzten Tage gezeigt, wie notwendig die Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörden und die Schaffung supranationaler Regulierungsinstanzen sei.


Die Geldanleger forderte das ZdK dazu auf, die aktuelle Finanzkrise als Chance zu nutzen und ihre Geldanlagemöglichkeiten hinsichtlich ethischer Anlagealternativen zu prüfen.


(Wortlaut der Erklärung Internationale Finanzmärkte - Gerechtigkeit braucht Regeln)



Hinhaltetaktik aufgeben


Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die Bundesregierung und die Europäische Union wegen ihres abwartenden Verhaltens zur Aufnahme von irakischen Flüchtlingen kritisiert. Angesichts der Schreckensmeldungen von Ü;bergriffen auf irakischen Christen, besonders in der Region Mossul, bezeichnete der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, die monatelangen Diskussionen als Armutszeugnis. Die von der EU beschlossene Expertenkommission werde kaum neue Erkenntnisse zu Tage fördern. "Das alles gleicht vielmehr einer Hinhaltetaktik", so Meyer vor dem Hauptausschuss des ZdK am Freitag, dem 17. Oktober 2008.


Entgegen der Ankündigung des irakischen Ministerpräsidenten Maliki anlässlich seines Besuches im Juli in Berlin habe sich die Sicherheits- und politische Lage im Irak für Minderheiten kaum verbessert. Vielen sei die Rückkehr in den Irak mittelfristig nicht zuzumuten. Daher forderte der ZdK-Präsident die Bundesregierung noch einmal dazu auf, den Christen aus dem Irak Schutz zu gewähren, einen dauerhaften Aufenthalt in Europa zu sichern und die humanitäre Hilfe vor Ort weiter nachhaltig zu verstärken.


"Ein ähnlich beherztes europäisches Vorgehen wie hinsichtlich der Weltfinanzkrise wäre zu wünschen", so Meyer.



Aufstehen gegen Armut


Gemeinsam mit vielen Millionen Menschen in der ganzen Welt steht das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf gegen Armut und für die Umsetzung der Millenniumsziele. Es unterstützt die Aktion "Stand Up" der Millenniumskampagne die heute weltweit gestartet wird.


"Die gerechte Gestaltung der Globalisierung muss noch stärker zum zentralen Thema der internationalen Politik werden. Die mit den Millenniumsentwicklungszielen eingegangenen Verpflichtungen müssen erfüllt werden, damit die weltweite Armut tatsächlich bekämpft wird." Mit diesen Worten begründete ZdK-Präsident Prof. Dr. Hans Joachim Meyer die Beteiligung des ZdK.


Die sog. Stand-up-Kampagne führt in einem symbolischen Akt viele Menschen auf dieser Welt zusammen, um ihre Stimme gegen die Armut zu erheben. Die 8 Millenniumsentwicklungsziele, die im Jahr 2000 von 189 Staats- und Regierungschefs verabschiedet wurden, versprechen, die weltweite Armut bis zum 2015 zu halbieren. Zu den Zielen gehören u. a. die Sicherung der Grundschulbildung aller Kinder, eine Verringerung der weltweiten Kindersterblichkeit und die Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten.


Es geht bei diesem Aktionstag auch darum, noch mehr Menschen als bisher von der Wichtigkeit der Millenniumsziele zu überzeugen. Dies ist vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise umso wichtiger, weil diese insbesondere die Ärmsten der Armen treffen wird.



*Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt beim oben angeführten Absender

Frieden braucht Entwicklung: Die Millenniumsentwicklungsziele verwirklichen!