Ganz ehrlich

Gedanken zu St. Martin

Bild: Christine Limmer; in: Pfarrbriefservice.de

Einige Wochen vor dem 11. November wurden alljährlich, als ich noch ein Kind war, in unserer Pfarrgemeinde alle Kinder aufgefordert, Spielzeug in die Kirche zu bringen.  Nicht etwa, um damit in Zukunft spielerisch die für die Erwachsenen gehaltene Predigt des Pfarrers zu überstehen.

Nein, St. Martin stand vor der Tür.  Teilen wurde aktuell. Und da halbe Mäntel wenig  Sinn machen, hieß es, sich von dem zu trennen, was einem lieb war und anderen Kindern, z.B. jenen, die in einem Kinderheim lebten, zu schenken. Am Festtag des populären Heiligen türmten sich dann kleine und größere Pakete unterhalb der Kanzel. Doch davor lag das heimische Sortieren und kindliche Abwägen, welches seiner Spielzeugschätze man wohl entbehren könnte.

Und weil Teilen ja von Herzen kommt (zumindest kommen sollte), ging das, wenn auch freiwillige,  Sich-Trennen von einem geliebten Spielzeug nicht immer gänzlich ohne Herzschmerz ab. Dass das bunte und inzwischen uninteressant gewordene Bilderbuch mit den vielen Eselsohren oder der einarmige Teddybär, dem zudem auch noch ein Auge fehlte und der im Schrank nur noch ein Schattendasein fristete, zum Weiterverschenken nicht infrage kamen, verstand sich von selbst. Es ging durchaus ans Eingemachte.

Was teile ich heute?

RM