Firmung im Schulgottesdienst

Heiligenstädter Bergschule versucht neue Wege; erstmals wird im Schulgottesdienst Jugendlichen das Sakrament der Firmung gespendet

 

Bergschule St. Elisabeth-Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium in Heiligenstadt / Eichsfeld- „Europaschule“

Heilbad Heiligenstadt. Seit drei Monaten bereiten sich vier Schülerinnen und Schüler des katholischen Gymnasiums „St. Elisabeth“ in Heilbad Heiligenstadt auf das Sakrament der Firmung vor. Gemeinsam mit dem Schulseelsorger, Pfarrer Markus Könen, haben sich in ihren Freistunden mit den Aussagen des christlichen Glaubensbekenntnisses auseinandergesetzt und versucht, dieses Zeugnis in ihr tägliches (schulisches) Leben zu übertragen.

Nun steht der große Tag ihrer Firmung an. Am  Freitag, 9. März  wird im Rahmen eines Schulgottesdienstes Bischof Ulrich Neymeyr den vier jungen Menschen das Sakrament der Firmung spenden. Der Gottesdienst findet um 11.00 Uhr in der Kirche des Bergklosters statt.

Der Auslöser für diesen neuen Weg war die Anfrage einer Schülerin, ob eine Firmung nicht grundsätzlich auch in der Schule möglich wäre. Nach anfänglichem Zögern überwog dann aber der Grundsatz, die Jugendlichen in ihrem Anliegen ernst zu nehmen. Bei den gemeinsamen Überlegungen mit der Schulleitung zeigte sich ein offensichtlicher Vorteil. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler empfanden den zusätzlichen Zeitaufwand aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung als gewinnbringend. Hinzu kam noch ein Effekt, dass sich die Jugendlichen im Raum ‚Schule‘ freiwillig Zeit nahmen, über ihr Leben und ihren Glauben Gedanken zu machen.

In dieser Woche wurden die Gemeinden der beteiligten Schüler über die bevorstehende Firmung unterrichtet. Zugleich wurde eine Einladung ausgesprochen, durch eine Teilnahme an der Firmfeier (durch einen Hauptamtlichen oder einen Vertreter aus den Gremien) einen Brückenschlag zur Ortsgemeinde zu machen. Natürlich gab es auch kritische Rückmeldungen. So wird befürchtet, die Schule nähme durch die Firmung den Gemeinden die Jugendlichen „weg“. 

Im Blick auf die Strukturreform und die immer größer werdenden Gemeinden, überwiegt aber die Chance, in dem Angebot der Firmung an der Schule eine Möglichkeit zu sehen, jene Schüler zu erreichen, die aus welchen Gründen auch immer in der Ortsgemeinde „nicht zum Zuge“ kamen, oder keine Verbindung zu ihrer Gemeinde (mehr) haben. 

Schule wird so zu einem pastoralen Ort, in dem Kirche noch die erreicht, die in unseren Gemeinden nicht mehr vorkommen. Schule ist in dem Sinne ein Kirchort unter vielen anderen, wo der Glaube gelebt und bezeugt wird. Das Sakrament der Firmung ist also ein Angebot an junge Menschen, sich neu und in ihrer konkreten Lebenswelt mit dem Glauben auseinanderzusetzen. 

Nach diesem Pilotprojekt sind im kommenden Schuljahr Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse eingeladen, sich auf den Weg zur Firmung in der Schule zu machen.

Pfarrer Markus Könen, Schulseelsorger