Feier der Einschreibung für erwachsene Taufbewerber

"Es ist nie zu spät, Christ zu werden"

Erfurt (BiP). Für acht Frauen und einen Mann aus Thüringen ist Ostern in diesem Jahr ein ganz besonderes Fest: In der Osternacht 2000 werden sie getauft. Die Zulassung zur Taufe erhalten die Taufbewerber von Bischof Dr. Joachim Wanke in einer "Feier der Einschreibung" am kommenden Samstag um 18 Uhr im Erfurter Mariendom. Dabei tragen sich die neun Erwachsenen im Alter von sechzehn bis vierzig Jahren in das Taufbuch ihrer Heimatgemeinde ein. In aller Öffentlichkeit bekräftigen sie damit ihren Entschluß, sich taufen zu lassen und als Christen zu leben. Durch die Taufe werden die Taufbewerber Mitglieder der Kirche.

Bereits seit über einem Jahr bereiten sich die acht Frauen und der Mann in ihren Gemeinden auf die Taufe in der Osternacht vor. Das nötige Wissen über den Glauben und die katholische Kirche haben sie in einem Religionskurs beim Pfarrer erworben. Durch die Teilnahme an Gottesdiensten und am Gemeindeleben sind sie der Gemeinde bekannt geworden und in sie hinein gewachsen. Während der Gottesdienste wird für sie gebetet, und einzelne Gemeindemitglieder stehen den Taufbewerbern durch Gespräche und Erfahrungsaustausch bei. Segnungen und weitere Gottesdienste sollen die Erwachsenen auch nach der "Feier der Einschreibung" auf ihrem Weg zur Taufe stärken.

Nicht nur in Ostdeutschland sind Taufen von Erwachsenen eher selten und machen nur den geringsten Teil aller Taufen aus. Zumeist werden Säuglinge getauft. Dennoch sind Erwachsenentaufen für Bischof Wanke etwas ganz Normales. "Ein Glaubensweg kann genauso gut im Erwachsenenalter wie in der Kindheit beginnen. Die Kirche kennt hier keine Standardnorm", stellt der Bischof heraus. Entscheidend sei nicht wann, sondern dass sich jemand dem Gottesglauben und der Kirche zuwende. Für Bischof Wanke ist es jedenfalls "nie zu spät, ein Christ zu werden." Auch das wolle die "Feier der Einschreibung" deutlich machen.



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