Fast fertig

Nur noch wenige Monate bis zum Sanierungsabschluss des hochgotischen Triangelportals am Erfurter Dom

Foto: Dr. Falko Bornschein/Dombauamt Erfurt

Erfurt (BiP). Die Sanierung des Triangelportals am Erfurter Mariendom geht ihrem Ende entgegen. Bis Weihnachten sollen alle Baumaßnahmen vor Ort abgeschlossen und das Gerüst abgebaut sein. Voraussichtlich Ende März können die Apostelfiguren der östlichen Portalseite mit einem Kran wieder auf ihre Sockel neben den großen Domtüren gehoben werden.

Die Sanierung der steinernen Apostel erfolgt derzeit in den Werkstätten der Erfurter Firma Nüthen und der Restauratorengemeinschaft Machate und Neid in Elleben. Eine Figur wird als studentisches Projekt unter fachlicher Aufsicht in der Fachhochschule Erfurt bearbeitet.

Große Fragmente des Triangelportals, die während der Sanierung durch neue Steine ersetzt werden mussten, werden am kommenden Montag, 23. November, in der Firma Nüthen gegen Spenden angeboten. Der Erlös der Aktion dient der Finanzierung der Maßnahmen am Triangelportal, die rund 1,24 Millionen kosten.

Das Dombauamt hatte 2018 die Komplettsanierung der in ihrer Architektur einmaligen Portalanlage der Hochgotik veranlasst, weil sich große Steinfragmente gelöst hatten und zu Boden gefallen waren. Die Schäden waren vor allem auf Umwelteinflüsse zurückzuführen, die seit Jahrhunderten auf das Portal mit seiner dreieckigen Grundfläche einwirken.

Dombaumeister Andreas Gold zeigt sich mit dem Verlauf der aktuellen Arbeiten zufrieden. „Am Apostelportal ist der Wimperg, der massive dreieckige Ziergiebel, aufgerichtet, die oberen Filialen sind fertiggestellt, die Verfugungsarbeiten laufen. Jetzt erfolgen noch kleinere Ergänzungen an einigen Steinen und Retuschen, damit das farbliche Erscheinungsbild des Portals stimmt. Dann kann das Gerüst abgebaut werden“, fasst Gold zuversichtlich zusammen.

Anders als beim Jungfrauenportal auf der Westseite mussten am Wimperg über den Apostelfiguren des Triangelportals weitaus größere Teile ausgetauscht werden. Diese Steine wiegen bis zu 300 Kilogramm. „Wer also ein Originalteil des Domes haben möchte, sollte am Montag zur Firma Nüthen fahren“, empfiehlt der Dombaumeister.


Im Angebot seien auch kleinere Fragmente, die nur wenige hundert Gramm wiegen, aber nicht minder wertvoll seien. „Immerhin handelt es sich teilweise um Originalteile des 14. Jahrhunderts“, so Gold. Es seien aber auch Stein-Ergänzungen aus dem 19. Jahrhundert darunter. Als Richtwert für die Spenden empfiehlt das Domkapitel, das die Aktion veranstaltet, vier Euro pro Kilogramm. Beginn ist um 16 Uhr auf dem Werkstattgelände der Firma Nüthen in der Anton-Lucius-Straße 14.